Solarhonig

Honig vom BürgerInnen Solarkraftwerk

1 Million Bienen haben heute beim BürgerInnen Solarkraftwerk ein neues Zuhause bekommen. Aber warum genau ist das Gelände des BürgerInnen Solarkraftwerks so geeignet für Bienen? Wir haben bei Stadtimker Felix Munk nachgefragt.

BürgerInnen Solarkraftwerk

(c)Wien Energie/Martin Steiger

Wien Energie: Wien Energie hat sich bereit erklärt, Bienen ein neues Zuhause beim BürgerInnen Solarkraftwerk in Liesing zu geben. Warum eignet sich gerade dieser Standort so gut für die Bienen?

Stadtimker Felix Munk: Wir haben dort die Möglichkeit, nicht nur den Honigbienen ein Zuhause zu geben, sondern auch den Wildbienen und Schmetterlingen. Genau diese Mischung macht es aus, dass es allen gut geht. Das Gelände verfügt über eine sehr gute Vielfalt an Pflanzen, Blumen und Gräsern. Diese Flora bieten eine optimale Umgebung, wo sich unsere Bienen wohl fühlen. Darüber hinaus ist es natürlich toll, wenn neben den Pflanzen, die hier wachsen, auch noch Energie erzeugt werden kann. Und das auf ganz natürliche Art und Weise, nämlich aus Kraft der Sonne. Schön, dass sich Natur und Technik nicht im Weg stehen – und das auch noch mitten in einer Großstadt.

Wien Energie: Warum ist es so wichtig, Bienen zu schützen und das Aussterben mit Maßnahmen dieser Art zu verhindern?

Stadtimker Felix Munk: Es gibt alleine in Österreich 700 Bienenarten. Von diesen stehen 80 Prozent auf der Roten Liste bzw. sind vom Aussterben bedroht. Nur wenn es durch viele Aktionen dieser Art gelingt, möglichst viele Arten zu erhalten, werden wir auch eine gesunde und natürliche Pflanzenvielfalt bewahren können.

Wien Energie: Bienen sind also richtige Energiebündel – wo nehmen sie eigentlich ihre Energie her, um so viel Arbeit zu leisten?

Stadtimker Felix Munk: Auch die Bienen und Schmetterlinge leben von der Sonnenenergie, nur ist ihre Sonnenenergie in Blüten in Form von Nektar und Pollen gespeichert. Bienen haben so für das Problem der Energiespeicherung eine Lösung gefunden, da sind sie uns Menschen also eine Nasenlänge voraus. 🙂

Wien Energie: Was schützt Bienen auch in Zukunft? Und was kann ökologische Stromerzeugung dazu beitragen?

Stadtimker Felix Munk: Flächen, wie die der Solarkraftwerke, haben die Möglichkeit, Bienen eine Pflanzenvielfalt zu bieten, die sie brauchen, um gesund zu bleiben. Dies alleine ist schon sehr wichtig, um Bienen, Schmetterlingen und anderen blütenbestäubenden Insekten ein Überleben zu sichern. Daher begrüßen wir Projekte wie das von Wien Energie und hoffen auf weitere dieser Art.

 

Bienenprojekt

Stadtimker Felix Munk erklärt den Lehrlingen von Wien Energie wie genau die Bienenstöcke genutzt werden. Die Lehrlinge haben nicht nur die Kästen bemalt, sondern auch beim Aufstellen mitgearbeitet.
(c) Foto by Hofer/Martin Steiger

 

Wien Energie: Jetzt noch zum süßen Teil – was macht den Honig von diesem Standort so einzigartig?

Stadtimker Felix Munk: Jeder Honig schmeckt anders. Beim Solarkraftwerk gib es viele Kräuter und andere Blühpflanzen, so etwas merkt jeder auch am Honiggeschmack. Der Honig vom Gelände des Solarkraftwerks ist daher auch eine ganz spezielle Köstlichkeit.

Wien Energie: Was kann man eigentlich als Privatperson tun, um Bienen zu schützen?

Stadtimker Felix Munk: Lassen Sie es zu, dass auch etwas wächst, was nicht nur schön ist, eine Distel ist für Bienen sehr wichtig, ebenso Karden u.v.a. Je mehr Samen wir verbreiten, desto besser. So kann jeder schon einen kleinen Beitrag leisten um Bienen zu schützen.

Wien Energie: Vielen Dank für das Interview, Herr Munk!

Bienen: Wusstest du das?

  • 1 Biene wiegt 0,1 Gramm
  • Für 1 kg Honig müssen etwa 3 kg Nektar eingetragen werden
  • dafür sind 100.000 Ausflüge erforderlich
  • 4-14.000.000 Blüten besucht werden
  • die Flugstrecke aller Bienen reicht dazu 6 Mal um die Erde

Bürgerkraftwerke: Wusstest du das?

  • Die 25 Bürgerkraftwerke von Wien Energie bis heute über 21.000.000 Kilowattstunden Naturstrom erzeugt haben. Das entspricht dem Jahresstromverbrauch von 240.000 Kühlschränken.
  • Zusätzlich entspricht das einer Einsparung von 7.800 Tonnen CO2 pro Jahr.
  • Die Photovoltaikanlagen, die dadurch entstanden sind entsprechen mittlerweile einer Fläche von 17 Fußballfeldern.
  • Bis 2030 werden 1,5, Millionen Menschen von Wien Energie mit Naturstrom versorgt werden.

 

Wir wissen also jetzt, dass Bienen wichtig für das Ökosystem sind. Der weitere Ausbau erneuerbarer Energien definitiv auch. Darum setzen wir uns als Wien Energie auch das Ziel bis 2030 den Ausbau erneuerbarer Energie auf 40 % zu steigern. Sei auch du ein Teil davon und beteilige dich an einem unserer nächsten Kraftwerke. Jetzt zum Newsletter anmelden.

Und hier noch ein paar Eindrücke von der ersten Honigverkostung:

 

Deine offenen Fragen zum Thema beantworten wir natürlich auch gerne in einem Kommentar.