Windrad-Wartung

Windrad-Wartung auf 1600 Meter Seehöhe

Derzeit betreibt Wien Energie um die 70 Windkraftanlagen von der Steiermark bis ins Marchfeld. Natürlich müssen diese Anlagen auch regelmäßig gewartet werden. Bisher hatten wir dafür Unterstützung von Fremdfirmen. Mittlerweile übernehmen aber Wien Energie MitarbeiterInnen einige Wartungsarbeiten. Im Mai war das Halbjahresservice bei den Windkraftanlagen am steirischen Steinriegel fällig. Redakteure von futurezone und der Kurier haben unsere KollegInnen auf 1600 Meter Seehöhe bei der Windrad-Wartung begleitet und sind spannenden Fragen nachgegangen. Was macht man eigentlich, wenn der Wind bläst, der Turm heftig wackelt und man eigentlich mal ganz dringend die Toilette benutzen möchte?

 

(c)Christian Hofer

Wartungsarbeiten von Wien Energie-Mitarbeitern im Windpark Steinriegel/Steiermark; © Wien Energie/FOTObyHOFER/Christian Hofer

 

Das ist der Windpark Steinriegel

  • 21 Windräder stehen im Windpark Steinriegel
  • Die Windräder stehen auf über 1.600 Meter Seehöhe
  • Gesamtdurchmesser der Rotorenblätter : 62 Meter
  • Jährlich werden 79.000 Megawattstunden Ökostrom erzeugt. Damit kann der Strombedarf von rund 24.000 Haushalten abgedeckt werden.

Anstrengender Aufstieg

Anders als vielleicht erwartet, wird bei den 65 Meter hohen Windrädern im Windpark Steinriegel innen geklettert, und zwar zwischen Leiter und Turmwand. Auf der Innenseite befindet sich auch das Sicherungsstahlseil. Alle 10 Meter gibt es eine Metallluke, die durchstoßen werden muss. Der Aufstieg ist also schon mal sehr anstrengend. Obwohl erst oben die richtige Arbeit anfängt.

Wartungsarbeiten am offenen Windrad

Oben angekommen ist das Windrad im hinteren Teil geöffnet. Hier finden dann auch die Wartungsarbeiten unserer Techniker statt. Hier oben weht der Wind mit 15 Meter pro Sekunde (54 km/h). Der Länge nach verläuft der Antriebsstrang der Windturbine. Die Hauptwelle führt in ein großes Getriebe, von dort geht es weiter in den zylinderförmigen Generator. Daneben bleibt nur wenig Platz für die Techniker. Beim Halbjahresservice geht es hauptsächlich darum zu schmieren. Erst beim Jahresservice werden dann auch Schrauben nachgezogen.

 

Wartungsarbeiten von Wien Energie-Mitarbeitern im Windpark Steinriegel/Steiermark; © Wien Energie/FOTObyHOFER/Christian Hofer, 20.4.2016

Wartungsarbeiten von Wien Energie-Mitarbeitern im Windpark Steinriegel/Steiermark; © Wien Energie/FOTObyHOFER/Christian Hofer, 20.4.2016

 

Wenn das Windrad in Gang gesetzt wird

Wird das Windrad gestartet, drehen sich zunächst die Rotorenblätter um ihre eigene Achse, um dem Wind Angriffsfläche zu bieten. Der Windsensor am Heck des Gehäuses registriert, in welche Richtung der Wind bläst. Vier Motoren an der Basis des Turbinengehäuses drehen das Turbinengehäuse und den Rotor in die richtige Position. Die Rotorenblätter setzen sich erstaunlich schnell in Bewegung. Gesteuert wird das Ganze durch ein unscheinbares Gerät mit kleinem Display an einem Kabel. Durch das Starten des Windrads wackelt der Turm nur geringfügig mehr. Ebenso steigt der Geräuschpegel nur wenig an. Das Getriebe der Anlage übersetzt die Rotordrehung wahweise in 1000 oder 1500 Umdrehungen pro Minute. Der Generator ist auf diese fixen Drehzahlen ausgelegt. Neuere Anlagen, wie jene 11 Türme, die im Windpark Steinriegel im Jahr 2014 in Betrieb gingen, arbeiten mit variabler Drehzahl.

In der Windradnabe

Am vorderen Ende des Gehäuses befindet sich die Luke, durch die man in die Windradnabe gelangt. Das Windrad wird zunächst abgestellt und mittels einer großen Scheibenbremse über der Hauptwelle so angehalten, dass eine von drei Einstiegsöffnungen genau hinter der Luke liegt. Das Windrad wird dann noch mechanisch verriegelt, bevor ein Techniker in die Nabe einsteigen kann. Klaustrophobisch darf man dabei nicht sein. Auf den ersten Blick sieht es in der Nabe wie in einem U-Boot aus. Leitungen, Rohre, Motoren, dreckiges Wasser.

 

Wartungsarbeiten von Wien Energie-Mitarbeitern im Windpark Steinriegel/Steiermark; © Wien Energie/FOTObyHOFER/Christian Hofer, 20.4.2016

Wartungsarbeiten von Wien Energie-Mitarbeitern im Windpark Steinriegel/Steiermark; © Wien Energie/FOTObyHOFER/Christian Hofer, 20.4.2016

 

Jause und Toilettengang

Während der Pause halten sich die Wartungstechniker im windgeschützten Teil des Turbinengehäuses auf. Der Proviant kommt über einen kleinen Lastenkran nach oben. Aber was ist wenn man mal auf die Toilette muss? Da gibt es nur zwei Möglichkeiten – Runterklettern oder durchhalten.

 

Windpark Steinriegel/Steiermark; © Wien Energie/FOTObyHOFER/Christian Hofer, 20.4.2016

Windpark Steinriegel/Steiermark; © Wien Energie/FOTObyHOFER/Christian Hofer, 20.4.2016

 

Für die Redakteure von futurezone und Kurier war die Windrad-Wartung eine spannende Erfahrung. Respekt an unsere Techniker, denn sie warten auch Windräder, wenn der Wind 20 Meter pro Sekunde bläst und führen ihre Arbeit bei regen Schwankungen durch.