eTaxi

„Die Reaktionen waren nur positiv“ – Meine Erfahrungen als eTaxler

Seit April 2016 sind eTaxis auf Wiens Straßen unterwegs. Wien Energie hat die notwendige Infrastruktur dafür geschaffen. Zahlreiche Schnellladestationen, die nur von eTaxi Lenkern genutzt werden dürfen, wurden bereits errichtet. An diesen Ladestationen können eTaxis in nur 20 Minuten wieder auf 80 % vollladen. Die Förderung von 8.000 Euro pro Fahrzeug durch das BMVIT sowie Gratis-Strom von Wien Energie bis 31. Dezember 2017 sind nicht nur tolle Anreize, sondern für viele auch ausschlaggebend für den Umstieg :-).

Wir haben mit Herrn Andreas Bürger gesprochen. Er ist seit April diesen Jahres selbst ein begeisterter eTaxiunternehmer.

Wien Energie: Seit wann sind Sie mit Ihrem eTaxi unterwegs und was für ein Auto fahren Sie?

Andreas Bürger: Ich bin seit April 2016 mit einem MB-Electric Drive von Mercedes unterwegs.  Seit August 2016 habe ich zusätzlich noch den Nissan Leaf 30kW.

Wien Energie: Wie lange hat Ihr Entscheidungsprozess gedauert und was hat Sie letztendlich überzeugt?

Andreas Bürger: Ich habe in meinem Mietwagen Fuhrpark schon seit März 2015 ein E-Auto mit über 400km Reichweite, ich musste davon nicht mehr überzeugt werden :-). Alle Vorteile bezüglich der Elektromobilität wurden nur wieder bestätigt (Die Kosten/Nutzen Rechnung ist konkurrenzlos zugunsten der E-Autos). Von daher kann man hier nicht von einem langen Entscheidungsprozess sprechen.

(c)Wiener Stadtwerke/APA-Fotoservice/Martin Lusser

(c)Wiener Stadtwerke/APA-Fotoservice/Martin Lusser

Wien Energie: Wie war der Prozess, bis Sie tatsächlich losfahren konnten? 

Andreas Bürger: Es war alles perfekt organisiert, ab dem Erhalt des Autos bis zum Vollbetrieb (Beklebung, Ladekarte, Versicherung) dauerte es nur eine Woche. Fahrer, die noch keine Erfahrungen mit E-Autos haben, bekommen ein ausführliches Informationsgespräch. Das konnten wir bei mir eher kurz halten, da ich ja schon wie erwähnt Erfahrung hatte. Ich war selbst von der raschen Abwicklung überrascht.

Wien Energie: Wie sind Ihre Erfahrungen bezüglich Ladezeiten, Fahrgastabwicklung, Kosten?

Andreas Bürger:

Die Ladezeiten – Hier muss ich zwischen dem Mercedes und dem Nissan differenzieren. Der Mercedes hat eine verhältnismäßig lange Ladezeit (2,5 Std), dies habe ich meistens in der Früh erledigt, während ich die Büroarbeit gemacht habe. Im Fahrbetrieb reicht die Akkuladung für den ganzen Tag. Das Auto ist bezüglich Kofferraum und Innenraumgröße besser für den Taxibetrieb geeignet als der Nissan Leaf, jedoch wegen der Ladezeit eher für Einzelunternehmer, nicht für den Lenkerbetrieb.
Der Nissan Leaf hat eine Ladezeit von 20-30 min, allerdings ist man auf den Steckertyp „Chademo“ angewiesen. Die Platzverhältnisse stellen einen Kompromiss dar, sind aber nicht wirklich ein Problem, ich musste erst ein Mal ein Ersatztaxi rufen (3 Erwachsene mit 3 großen Koffern). Hier sprechen wir aber von Einzelfällen, denn im regulären Stadtbetrieb ist der Leaf wunderbar einsetzbar und absolut kein Kompromiss zu Verbrennern.

Die Kosten – für beide Autos kann ich nur sagen, sie werden wesentlich geringer sein, als bei Verbrennungsmotoren. Ein 20.000 km Service habe ich bereits machen lassen, die Kosten hierfür betrugen € 70,-. Die Bremsen halten bei vernünftiger Fahrweise mindestens 200.000 km, der Austausch wird eher wegen Korrosion der Scheiben notwendig sein, als wegen Abnützung. Auch die Servicekosten sind sehr gering, da kein Ölwechsel, kein Zahnriemen, kein Getriebe notwendig, beziehungsweise vorhanden sind. Nach Ablauf der Förderung des kostenlosen Tankens, kommen dann für 100 km Stromkosten von ca. €3-4 hinzu.
Den Nissan EV200 halte ich nur bedingt geeignet wegen der geringen Reichweite im Winter (70km bei 90% SoC), der kurzen Garantie für den Akku (100.000km) und der hohen Einstiegshöhe für ältere Fahrgäste.

Wien Energie: Wie reagieren die Fahrgäste auf das eTaxi?

Andreas Bürger: Manche be/merken das E-Auto gar nicht, viele sind jedoch sehr positiv überrascht über die Ruhe, Spritzigkeit und das homogene Fahrverhalten. Sie löchern den Fahrer dann sehr interessiert mit den Vorurteilen wie Reichweite, Mehrkosten, usw. Die Fahrzeit reicht oft nicht aus, die Fragen zu beantworten, einige wollen die Handynummer für zukünftige direkte E-Autovorbestellungen. Kurz Zusammengefasst, die Reaktionen waren nur positiv.

Wien Energie: Was würden Sie KollegInnen empfehlen, die noch überlegen, ob sie auch auf ein eTaxi umsteigen?

Andreas Bürger: In der momentan schwierigen Situation des Taxigewerbes (Registrierkasse/Anzahl der Taxis/Umsätze) gibt es aufgrund der Förderungen, Beklebungen und geringen Betriebskosten jetzt die Möglichkeit, ein Taxi wirtschaftlich so günstig zu betreiben, dass es absolut unvernünftig wäre, ein Verbrennerauto zu kaufen/leasen. Man sieht immer wieder, die Autoentscheidung wird oft aus anderen Gründen (wie zB. Statussymbol) getroffen. Ein weiterer großer Vorteil, den die wenigsten bedenken, ist der Komfort bei der Arbeit: Klimaanlage und Heizung funktioniert über die Batterie, kein störendes Laufen lassen des Motors ist notwendig. Es gibt keine Anrainerbeschwerden und keinen erhöhten Treibstoffverbrauch. Außerdem sind die Ladezeiten beim Nissan Leaf wirklich vertretbar.

Wien Energie: Wie können Kunden ein eTaxi bestellen?

Andreas Bürger: Die eTaxis können derzeit über die Zentralen Taxi 40100 und 31300 bestellt werden, oder direkt beim eTaxler (Nummer muss individuell erfragt werden).

Wirklich spannende Einblicke – Lieber Herr Bürger, vielen Dank für das Interview!

Und wer jetzt direkt mit Herrn Bürger fahren möchte, sollte einfach Tel: 0676 8448 4444 wählen. 🙂 Lieber Herr Bürger, vielen Dank für das Interview! Wir sind überzeugt, beim nächsten Mal bestellen wir sicher ein eTaxi. Und wer nicht nur als Kunde überzeugt ist, sondern Interesse hat selbst eTaxler oder eTaxlerin zu werden, kann sich auf unserer Website sämtliche Informationen holen.