Wohnen im Mini-Kraftwerk

WENIGER IST MEHR: Wohnwagon – ein österreichisches Start-up – verspricht energieautarkes und komfortables Wohnen auf kleinstem Raum. Iza und Johannes haben getestet, wie das funktioniert.

Vor dem Urlaub alle Elektrogeräte ausstecken, Batterien sammeln, das Öko-Programm beim Geschirrspüler verwenden – Iza und ihr Freund Johannes versuchen in ihrem Haushalt mit kleinen Kniffen, auf die Umwelt und ihren Energieverbrauch zu achten. „Solche kleinen Maßnahmen rechnen sich“, sagt Johannes. „Aber es ginge natürlich immer mehr.“ Dass hinsichtlich des Energieverbrauchs nicht nur mehr, sondern alles geht, beweist ein österreichisches Handwerks-Start-up. Das Unternehmen „Wohnwagon“ rund um Geschäftsführerin Theresa Steininger entwickelt komplett autarke mobile Wohnmöglichkeiten.

Auf das Wesentliche reduziert

(c)Bohmann/Radim Vrska

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Mittels einer Photovoltaik-Inselanlage ist der Wagen unabhängig von externer Stromzufuhr, und ein Wasseraufbereitungssystem mit Grünkläranlage auf dem Dach sorgt für eigenes Brauch- und Trinkwasser. Eine Holzheizung gekoppelt mit der Solaranlage wärmt zu jeder Jahreszeit, und sogar die Bio-Toilette kommt ohne Kanalanschluss aus. Auf kleinstem Raum ist das Innere mit Bett, Küche, Dusche und Aufenthaltsbereich ausgestattet. Ob nachhaltiges Wohnen auf engstem Raum tatsächlich auch komfortabel sein kann, wollen Iza und Johannes selbst herausfinden – schließlich steht ein 33 Quadratmeter großes Objekt namens „Fanni“ im niederösterreichischen Gutenstein als erstes autarkes Hotelzimmer Europas zum Probewohnen bereit.

Natur und Hightech

Beim Eintreten wird erst einmal gestaunt: „Hier passt mehr hinein, als ich dachte“, sagt Johannes. Iza inspiziert schon die stromlose Espressomaschine in der Küche – denn auf Kaffee verzichten wollen die beiden nicht. In Sachen „stromlos“ wird hier ein wenig geschummelt, da für das heiße Wasser der Wasserkocher verwendet wird. Dieser wird jedoch über die Solaranlage auf dem Dach betrieben. Wie diese genau funktioniert, erfährt das Pärchen über ein Tablet mit Infos über den eigenen Strom- und Wasserverbrauch. Ein Pluspunkt für Johannes: „Man kann hier einiges selbst regeln und hat dadurch neben der Naturbelassenheit auch ein bisschen Hightech und Luxus.“ Das Bett besteht ebenso den Test mit Probeliegen und Kissenschlacht: „Es ist groß genug, sehr komfortabel, und mit den kleinen Fenstern rundum fühlt es sich sehr naturverbunden an“, berichtet Iza. „Für einen Kurztrip ist es perfekt.“

(c)Bohmann/Radim Vrska

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Wie viel Raum braucht man?

Wohnwagon-Geschäftsführerin Theresa Steininger hat ihre Antwort: „25 Quadratmeter Raum, der auf das Wesentliche reduziert ist, und in dem wirklich Platz zum Leben ist.“ Mittlerweile bietet Wohnwagon Modelle zu Preisen zwischen 50.000 und 150.000 Euro an – je nachdem, ob es eingerichtet und voll- oder teilautark sein soll. Den Bewusstseinswandel beim Thema Wohnen sieht Theresa Steininger als Erfolgschance: „Hochwertige, individuelle Innenräume, die stilvolles, natürliches Wohnen ermöglichen, werden immer wichtiger.“

Hier findest du weitere Informationen über das Wohnen im Mini-Kraftwerk, sowie Tipps und Inspiration für ein autarkes Leben.