Wie funktioniert die Müllverbrennung?

Auf Instagram ist die Müllverbrennungsanlage Spittelau ein sehr beliebtes Motiv. Unter dem Hashtag #spittelau findet man zahlreiche Schnappschüsse von allen Seiten. Aber wie funktioniert eigentlich die Müllverbrennung hinter der goldenen Kugel? Wir gehen den wichtigsten Fragen zum Thema Müllverbrennung auf den Grund.

Schon gewusst?

Jährlich werden rund 250.000 Tonnen Hausmüll in der Müllverbrennungsanlage Spittelau verbrannt.

(c)Wien Energie/Christian Hofer

Warum wird Müll verbrannt?

Müll wird verbrannt, weil die Verbrennung der Stand der Technik zur Verwertung des Hausmülls ist. Die organischen Stoffe werden dabei zerstört, Energie wird freigesetzt, die einerseits von Wien Energie als Wärme für die Fernwärmeversorgung verwendet wird, andererseits als Strom für den Betrieb der eigenen Anlagen und für den Verkauf ins Netz. Durch das Wiener Modell ist eine ganzjährige Nutzung der gewonnenen Wärme möglich. Im Sommer wird die Energie für die Warmwasserbereitung verwendet, also etwa fürs Duschen, im Winter fürs Warmwasser und für die Raumheizung.

Welcher Müll wird verbrannt?

Der Hausmüll, der nach der Aussortierung der wiederverwertbaren Materialien im Müll, wie u.a. Glas, Papier, Metall, übrig bleibt. Jeder Bürger trägt hier also eine hohe Verantwortung. Die Bürger ist gewissermaßen unser Steuermann. Denn nicht alles, was im Müll landet, verbrennt. Ein Wurzelstock etwa, den ein Kleingartenbesitzer ausgräbt und in den Müll wirft, verkohlt zwar äußerlich, kann aber nicht zur Gänze verbrennen und muss aussortiert werden. Dasselbe gilt zum Beispiel für Gartentüren aus Eisen. Sperrige Gegenstände stören die Förderung des Mülls während der Verbrennung.

Wie funktioniert Müllverbrennung?

Der Hausmüll wird in den Müllautos der MA48 direkt an den Müllbunker angeliefert und dort entleert. Der Müll aus allen Müllautos wird dann mithilfe von Müllgreifern homogenisiert, also durchgemischt, damit er von seiner Konsistenz her möglichst einheitlich wird. Mit Greifern wird der Müll dann in die Aufgabeschurre gelegt, eine Art Schacht, über den er in den Ofen transportiert wird. Der Ofen verfügt über einen Vorschubrost, der sich ständig vor- und zurückbewegt. Dadurch wird der Müll weitergeschoben und ständig umgewälzt. Eine Stunde lang wird der Müll bei einer Temperatur von mindestens 850°C verbrannt. Diese Temperatur ist gesetzlich vorgeschrieben, damit sämtliche Schadstoffe zerstört werden. Am Ende bleibt dann aus allen Materialien, die nicht brennen, die Schlacke übrig – diese macht etwa ein Drittel der ursprünglichen Masse aus. Das sind Steine, Glas, Mineralien. Die Schlacke wird an die Stadt Wien zurückgeliefert, die diesen als Baustoff im Deponiebau verwendet.

Wie viele Emissionen entstehen bei der Müllverbrennung?

Das hängt von der Müllmenge ab. Grundsätzlich unterliegen wir dem Abfallrecht. Die Vorgaben sind sehr streng, aber wir unterschreiten sie auch noch bei weitem. Die Rauchgase werden in einem Rauchgaswäscher gewaschen, in einem Gewebefilter gefiltert und schließlich werden über die Selektive Katalytische Reduktion (SCR) noch die Stickoxide abgebaut. Das ist ein mehrstufiger, komplexer Prozess, der sicherstellt, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Die Müllverbrennungsanlage in der Spittelau wurde in den letzten Jahren generalsaniert und verfügt nun über eine der weltweit modernsten Rauchgasreinigungen.

Was wird getan, um Schadstoffe möglichst zu minimieren?

Zum einen passiert das, indem wir den Energieverbrauch in all unseren Erzeugungsanlagen durch diverse Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sowie zur Reduktion des fossilen Brennstoffverbrauchs laufend senken. Luft und Abwässer werden mittels modernster Technik herausgefiltert, die Grenzwerte werden dabei ständig überwacht und natürlich sparen wir viel CO2 ein, indem die Müllabfuhrwägen der MA 48 durch die städtische Lage der thermischen Abfallbehandlungsanlagen meist nur sehr kurze Wege zurücklegen müssen. Das sorgt übrigens auch für eine Reduzierung der Lärmbelastung.

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