Heute kommt dem Thema Elektromobilität bereits sehr große Aufmerksamkeit zu. Doch wie hat eigentlich alles begonnen? Wir wagen einen kurzen Blick zurück!
Einen ersten Höhepunkt feierte die Elektromobilität in Europa und auch in den USA in der Zeit um 1900. Hauptgrund für die weite Verbreitung war die im Gegensatz zu benzinbetriebenen Fahrzeugen die einfache Inbetriebnahme der Elektrofahrzeuge.
Diese galten auch wegen der weitgehenden Beibehaltung der Kutschenform und der geräuscharmen Fahrweise sowie nicht zuletzt durch den Wegfall von Abgasen als besonders elegant.
Pioniere aus Österreich
Pionierarbeit leistete z.B. Ferdinand Porsche (1875 – 1951) durch die Erfindung des elektrischen Radnabenmotors im Jahr 1897. Ludwig Lohner (1858- 1925), der Inhaber der größten Pferdewagenfabrik Österreich-Ungarns, entwickelte gemeinsam mit Porsche einen Elektroantrieb.
Das „Lohner-Porsche“-Fahrzeug war die Sensation der Weltausstellung 1900 in Paris. Ferdinand Porsche erkannte bald die Nachteile des Lohner-Porsche-Wagens mit reinem Elektroantrieb, war doch der Aktionsradius auf nur zirka 50 Kilometer beschränkt. Die Batterien konnten nicht vergrößert werden, da diese bereits fast die Hälfte des Fahrzeuggewichts ausmachten. Durch das noch nicht in ausreichendem Umfang ausgebaute Elektronetz waren das „Stromtanken“ und der Austausch der Batterien schwierig. Ab 1901 arbeiteten beide deshalb an einem gemischten Antrieb (Benzin/Strom) – nach heutiger Diktion ein Hybridantrieb. Die Idee dahinter war, die Räder ohne verlustbehafteten mechanischen Antrieb auszustatten und somit komplizierte Kraftübertragungsorgane mit ihren zahlreichen Fehlerquellen auszuschalten.
Porsche verwendete einen Benzinmotor als Kraftquelle für einen Generator als Ladevorrichtung, die den verbrauchten Strom während der Fahrt teilweise ergänzte. Wegen der Mischung von zwei Arten von Motoren erhielt dieser Typ den Markennamen „Mixte“. Der große Vorteil dieser Konstruktion war der Wegfall der mechanischen Kraftübertragung.
Getrennte Wege
Lohner wurden Porsches Forschungen zu kostspielig. Daher ging Porsche 1906 als Entwicklungs- und Produktionsleiter und Nachfolger von Paul Daimler zur Österreichischen Daimler-Motoren-Gesellschaft (Austro-Daimler) nach Wiener Neustadt.
Durch die Erfindung des elektrischen Starters für Benzinfahrzeuge verloren auch die Elektrofahrzeuge ihre einstmalige Bedeutung. Der Elektroantrieb blieb allerdings bis zur derzeitigen Entwicklung von modernen Elektrofahrzeugen in Nischen für Nahverkehrsfahrten, etwa bei der Post, bis in die Sechzigerjahre in Verwendung.

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