Leider ist der Test für mich mittlerweile vorbei. Meine Handschmerzen gehen nun soweit, dass ein Radfahren nicht mehr möglich ist und auch der Arzt mir das für die nächste Zeit untersagt hat. Deshalb möchte ich heute mein Resümee aus den 2 Monaten Test ziehen:
Ich habe das Rad immer brav auf dem Weg ins Büro benützt. Bei mir ist’s nicht weit, nur so an die 4 km in eine Richtung, aber das Rad hat hier seine volle Stärke ausgespielt. Nachdem ich das Rad bei mir im Haus super Ebenerdig versperren kann, gibt’s fast keinen Zeitverlust beim Wegkommen. Im Bür0 habe ich einen super gesicherten Radraum, deshalb gibt’s dort auch kein “Wegkommen” und am Weg habe ich mir täglich 30 min an Fahrzeit/Gehzeit gespart! Mit Stufe 4 war von Schwitzen keine Spur – außer am Rücken vom Notebook-Rucksack, aber da gibt’s mit einem Gebäcksträger Abhilfe!
In die Stadt (Naschmarkt/Mariahilfer Straße/…) habe ich mich mit dem Rad nur ganz selten getraut. Es war zwar wieder super schnell, aber ich hatte einfach Angst es irgendwo stehen zu lassen. Das ist meiner Meinung nach der größte Nachteil am Radfahren: der Diebstahl oder Vandalismus. Ich werde sicherlich auch zukünftig mit dem Rad in die Stadt fahren, aber halt mit meinem Uralten, da bin ich dann nicht ganz so traurig wenn was kaputtgeht.
Bei längeren Touren war das E-Bike nichts für mich. Für eine Eintagestour kann ich’s mir noch vorstellen, aber sobald es über die Reichweite des Akkus hinaus geht, wird es problematisch. Ich möchte das Ladegerät nicht mitnehmen müssen bzw. das Rad ist ohne Unterstützung schon sehr träge zu fahren. Bei Touren möchte ich auch das Radfahren an sich genießen, da brauche ich keine E-Unterstützung. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass für Personen, die noch gerne Bewegung machen möchten, aber dies nur mehr eingeschränkt machen können, hier wirklich die Stärken des Rades liegen können.
Beim Mountainbiken, einer meiner Leidenschaften, wie eigentlich alles mit den Bergen, hat das Rad überhaupt nicht überzeugt. Solange es asphaltiert ist und bergaufgeht – nicht zu steil – macht’s zwar Spaß die anderen MTBer stehen zu lassen, aber wenn die Bedingungen anders als zuvor beschrieben sind, dann ist der Spaß leider schnell vorbei.
Erfahrungen abgesehen vom Radfahren
Ich habe einiges in den Wochen gemacht, das ich sonst sicherlich nicht gemacht habe. Ein kurze Auflistung:
Über’s Radfahren im Allgemeinen nachgedacht
Ich glaube, dass ich mir noch nie in so kurzer Zeit soviele Gedanken über’s Radfahren gemacht.
Wo ist der beste Radweg? Was kann ich heute lustiges erleben? Ist eine Narbenschaltung besser? Warum eigentlich nicht gleich Singlespeed? Es gibt Räder mit Gurtantrieb. Warum ist die Rohloff 14 Gang Narbenschaltung fürs MTB eigentlich so teuer? Sch**ß Autofahrer weicht doch aus…
Sozialisierung
Ich bin wohl selten so viel angesprochen worden. Wenn ich mit dem E-Bike unterwegs war, bin ich fast jedes Mal angequatscht worden. Das ist mir vorher nicht passiert und hat mir doch Spaß gemacht. Bei den Events von Wien Energie habe ich die Mittester kennenlernen dürfen und viele unterhaltsame Stunden verbringen dürfen.
Events
Da wäre einmal mein persönliches Fotoshooting. Dann all die Events, die Wien Energie für uns Tester organisiert hat (Kickoff, Donauinselfest mit Backstage + VIP, Stammtisch mit Privatkonzert (mein Highlight), Rapid-Spiel, ….) und dabei war ich nicht mal bei jedem dabei. Herzlichen Dank von meiner Seite an Wien Energie. Ihr habt Euch wirklich Gedanken gemacht und nicht nur die Räder und einen Zugang zum Blog bereitgestellt, sondern uns wirklich die Wochen begleitet.
Resümee
Um mehr als 2000 Euro würde ich mir das Rad nicht kaufen, auch wenn ich keine groben technischen Probleme hatte, so habe sich die schon gehäuft. Für’s Büro fahren ist es mir zu teuer, und um das Rad wo unbewacht stehen zu lassen, wohl auch zu wertvoll. Ich bin mir aber sicher, dass es Zielgruppen gibt, für die 2000 Euro eine lohnende Investition sind und die damit sehr sehr viel Freude haben werden.
Und weil die Bilder vom Fotoshooting so schön sind, hier noch 2 zum Abschluss:

Copyright by Toni Gigov

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