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Bau des ersten Hochdruck-Wärmespeichers weltweit

Seit Sommer letzten Jahres bauen wir den ersten Hochdruck-Wärmespeicher weltweit. Der neue Wärmespeicher in Simmering ermöglicht, dass Wärme dann verbraucht werden kann, wenn sie benötigt wird. Zeitlich unabhängig von der Erzeugung. Es ist der weltweit erste Hochdruck- und Hochtemperatur-Speicher dieser Art. Er wird den jährlichen Wärmebedarf von rund 20.000 Haushalten decken und spart durch die Optimierung von Produktion und Speicherung jährlich rund 11.000 Tonnen CO2 ein.

Wo liegen die Vorteile des Hochdurck-Wärmespeichers?

Durch den Wärmespeicher kommt es zu einer zeitlichen Entkopplung zwischen Wärmeerzeugung und Wärmeverbrauch. Dadurch wird der Einsatz von Spitzenkesseln bei sehr hohem Strom- und Wärmebedarf minimiert. Die Anlage optimiert den Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerke, der thermischen Abfallbehandlungsanlagen und der dezentralen Stromeinspeiser durch erneuerbare Energie. CO2-Emissionen werden reduziert und die Fernkälte-Tagesspitzen in den Sommermonaten ausgeglichen.  Der Höhenunterschied im 1.153 Kilometer langen Fernwärmenetz beträgt bis zu 150 Meter. Aus diesem Grund wird bei uns in Wien das heiße Wasser für Heizung und Warmwasser mit hohem Druck und Temperaturen zwischen 95 und 150 Grad Celsius transportiert. Der Speicher wird pro Jahr rund 2.200 Stunden be- und auch rund 2.200 Stunden entladen werden. Die jährlich gespeicherte und somit auch entnommene Wärmemenge beträgt rund 145.000 Megawattstunden. Das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Wärmebedarf von 20.000 Haushalten.  

 

Fakten Wärmespeicher Simmering

  • Speichermenge Wasser: 11.000 m3
  • Höhe der beiden Druckspeicher: 45 Meter
  • Druck: 10 bar am Speicherboden, 6 bar an der Speicherdecke
  • Speichervermögen: 850 MWh
  • Verbaute Betonmenge für Fundamente: 2.000 m3
  • Bauzeit: von Mai 2012  bis Ende 2013
  • Wärme für 20.000 Haushalte pro Jahr
  • CO2-Einsparung/Jahr: ca. 11.000 Tonnen
  • Investition: 20 Millionen Euro
  • ca. 80 bis 100 Beschäftigte (gesamt, im Baufeld und auf den Vormontageplätzen)

Derzeitiger Baufortschritt

Die Deckeln, Kuppeln der beiden Wärmespeicher am Kraftwerksstandort Simmering wurden vorgestern mit einem 500-Tonnen-Kran gehoben. Eine dieser Kuppeln hat 65 Tonnen! Für diese Aktion ist höchste Präzision gefordert, der Kranfahrer und seine Kollegen von der Baustelle müssen die Kuppeln in Millimeter-Arbeit anpassen. Die Anhebung selbst passierte innerhalb kürzester Zeit, die genaue Draufsetzung dauerte dann jeweils rund zwei Stunden! Die Wärmespeicher sind noch nicht fertig, derzeit haben sie eine Höhe von rund 20 Meter. Ende des Jahres sollen die Wärmespeicher in Betrieb gehen.

Hier einige Eindrücke von der gestrigen Aktion:

 
 
 

 

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Energiegewinnung aus Schlamm

Foto: Fernwärme Wien / Christian Houdek

Foto: Fernwärme Wien / Christian Houdek

1 % des gesamten Strombedarfs der Stadt entfällt auf die Hauptkläranlage in Simmering. Bis 2020 soll der Energiebedarf mit dem anfallenden Klärschlamm abgedeckt werden.

Zukünftig wird der bei der Klärung anfallende Schlamm in sechs Faulbehältern mit einer Höhe von je 30 Metern aufgeschichtet. Ein Blockheizkraftwerk wird die dabei entstehenden Gase in Energie umwandeln.

Derzeit werden für die Reinigung des gesamten Wiener Wassers jährlich 60 GWh Strom benötigt (= Verbrauch von ca. 20.000 Haushalten). Nach Fertigstellung werden 78 Gigawattstunden (GWh) Strom gewonnen werden, umliegende Gebäude werden von der zusätzlich anfallenden Strom –und Wärmemenge profitieren.

Zukünftig können so jährlich 40.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

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