Erste Ausfahrt im Regen – ganz entgegen sonstiger Radfahrgewohnheiten. So gesehen hat das E-Bike schon eine erste positive Wirkung bevor es überhaupt losfährt
Ich merke schnell, dass ich froh bin, die erste Testfahrt nicht im Stadtverkehr, sondern auf wenig befahrenen Landstraßen und kaum frequentierten Radwegen (nicht nur des Wetters wegen) zu machen. Das Dazuschalten der Motorunterstützung ist übungs- und gewöhnungsbedürftig. Speziell wenn man/frau plötzlich die Richtung wechselt, abbiegen möchte, etc., empfiehlt es sich vorher auf Stufe 1 oder 0 zurückzuschalten!
Leicht bergauf, was “am Land” ja nahezu überall der Fall ist, fährt sich’s hervorragend einfach. Motor dazu, Strufe 1, 2, 3 … ich brauche kaum Kraftanstrengung beim Treten und kleine Hügel, die sonst schon etwas Kondition erfordern, lassen sich mühelos überwinden… warum nicht gleich den Berg hinauf und die Koralpe bezwingen? Ich starte los … nun geht es steil bergan.
Die ursprüngliche “Sorge” (oder vielleicht doch eher Illusion
), Fahren mit E-Bike hätte keinerlei sportlichen Trainingseffekt, ist ganz schnell dahin. Je steiler, desto anstrengender! Nun wird sehr bald klar (nahezu schmerzlich klar
), was es heißt, dass der Motor nicht von selber fährt, sondern nur die eigene Leistung unterstützt. Und geht die Tretleistung und Radumdrehung gegen Null, geht auch die Motorunterstützung gegen Null (schrecklich, dass die Mathematik immer und überall ihre Gültigkeit hat!). So kämpfe ich mich also eine zeitlang mit zunehmend niedrigerem Gang und stets auf Stufe 4 den Berg hinauf. Die Ladeanzeige des Akkus schmilzt zusehends dahin (der Hinweis im Handbuch, dass die Reichweite auf Stufe 4 nur ca. 30 km beträgt, scheint seine Gültigkeit zu haben) und die über den langen Winter gänzlich eingerostete Kondition fordert ihren Tribut. Koralpe, ich komm ein andermal und drehe für heute auf halber Strecke um.
Bergab macht Spaß, besonders wenn frau sieht, dass die Stricherl an der Ladeanzeige wieder mehr werden! Wieder in der Ebene, probier ichs mit weiterem “Nachladen”, was aber nicht so einfach ist. Auf -4 hat man/frau das Gefühl, jemand steht hinter dem Rad und hält es (am leider nicht vorhandenen Gepäcksträger) zurück! Also -1 … oder doch besser 0? Nein, ich hab ja jetzt ein E-Bike! Also Stufe 1 … Jaaa, so macht das Fahren gleich wieder mehr Spaß. Wenns auf der Ebene flott dahin geht, dann find ich’s beinah bedauerlich, dass der Motor ab 25 km/h nicht mehr unterstützt. Insbesondere wenn der Regen wieder stärker wird und frau schnell nach Hause möchte. Aber ich hab ja eben ein E-Bike und kein Moped!
45 km später (so weit bin ich schon lange nicht mehr an einem Tag und noch dazu in so kurzer Zeit gefahren!) komme ich ziemlich nass, etwas müde, aber sehr zufrieden und immer noch euphorisch zu Hause an. Die Ladeanzeige des Akkus zeigt immer noch 2 kleine Stricherl und mit der richtigen Technik (Zurückschalten und in Schwung bleiben) haben sich die kleineren Steigungen zunehmend einfacher bezwingen lassen.
Erwähnenswerte Details (für Nicht-RadrennfahrerInnen) und Testkommentare:
- Zurückschalten des Antriebs beim Abbiegen, Spurwechseln, vor Kreuzungen, Fußgängerübergängen, etc. empfehlenswert!
- Das oftmalige Rauf- und Runterschalten des Antriebs (neben dem üblichen Schalten der Gänge, Achten auf den Verkehr, etc.) erfordert – zumindest ungeübt – einiges an Aufmerksamkeit. Die Knöpfe sind (insbesonders mit Handschuhen) etwas schwierig zu bedienen und manchmal erwischt man/frau unbeabsichtigt den Ein-Ausschaltknopf mit. Da schließ ich mich dem Wunsch von MittesterInnen an, das “Bedienteil” am Lenker vielleicht nochmal zu überarbeiten!
- Am meisten Spaß macht mir fürs Erste das Fahren über geringe Steigungen und kleinere Hügel.
- Das größte Manko dieses Bikes sind die fehlenden Kotschützer! Ich würde dafür plädieren, dass diese serienmäßig montiert werden, da sonst eine “Alltagstauglichkeit” des Rades nicht wirklich gegeben ist! Nass werden von oben reicht!
- Das Akkuladegerät macht einen ziemlichen “Wirbel”. Laden in der Garage oder einem Nebenraum empfehlenswert!
- Ich weiß schon jetzt, dass mir beim Fahren in der Stadt der Gepäcksträger fehlen wird.
- Das Losbrausen an Kreuzungen, schneller als alle anderen nicht E-BikerInnen macht Spaß!
So, da mein Bike keine Ausfuhrgenehmigung ins Ausland hat (richtig schade!), ich aber das verlängerte Wochenende ebendort verbringen werde, bleibt das gute Stück vorerst in Kärnten und die nächsten Testfahrten werden erst nächste Woche wieder durchgeführt.

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