Ich bin seit mehr als 4 Wochen mit Orange Fury unterwegs. Zeit eine Zwischenbilanz zu ziehen. Eines gleich vorweg: Ich bin vollkommen überzeugt von dieser Art der Elektromobilität und sehr froh, an diesem Test teilnehmen zu können.
Pluspunkte gibt’s für:
- Im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen hat es bei mir bis jetzt noch keine Probleme gegeben – alles läuft. (Ich klopfe gerade auf Holz!
) - Innerstädtisch (Strecken unter 20 Kilometer) ist das Rad definitiv ein Ersatz für das Auto. Kein Parkplatzsuchen, kein Stau. Ich komme entspannter in der Firma an als mit dem Auto.
- Auch längere Touren sind entspannt möglich – sofern man immer mit Unterstützung fährt.
Minuspunkte gibt’s für:
- Das Rad ist Lifestyle orientiert. Will man ein vollwertiges, alltagstaugliches Fortbewegungsmittel müssen Kotschützer, Gepäcksträger und Licht montiert werden. Weniger Lifestyle und mehr Alltagstauglichkeit ist wünschenswert! (Warum z.B. das Licht nicht gleich an den Akku gekoppelt ist, verstehe ich nicht.)
- Die Komponenten des Rads sind nicht hochwertig genug. Wer das Rad behält, wird früher oder später bessere Komponenten montieren müssen. Schaltung vorne, Reifen, Schläuche, Tretlager, Kurbel, Sattel, Griffe – wie man sieht eine ganze Menge.
- Der fehlende Freilauf des Rads verhindert ein entspanntes Fahren jenseits der 25 km/h. Mit einem gutem Tourenrad (Wert über 1.000 EUR) bin ich für ebene Strecken besser beraten. Meiner Meinung nach muss der Freilauf dringendst auf Fahrradniveau gebracht werden.
- Wenn der Akku kaputt ist, muss der gesamte Akku mit dem Controller getauscht werden. Warum ist es nicht möglich, nur den Akku auszutauschen? Das würde auch die Umwelt schonen weil weniger Müll!
Generelle Anmerkungen
- Für den Arbeitsweg fahre ich immer mit Stufe 4. Der Akku hält dann gerade einmal 30 Kilometer. Da gibt es sicher noch Raum für Verbesserungen. Eventuell kann ja die Beschleunigung software-technisch reduziert werden und damit die Akkulaufzeit verlängert werden.
- Ich denke, dass der Hauptanwendungsbereich von so einem Rad im städtischen Bereich liegt. Fürs Mountainbiken finde ich es nicht ideal – Grund: wer aus eigener Kraft den Berg nicht hochkommt, hat dort auch nichts verloren, meine persönliche Meinung.
- Qualität des Rads: ich werde das Gefühl nicht los, dass der Kunde noch Tester ist. Alleine die Vielzahl der Probleme der Blogkollegen sind beachtlich. Angenommen, ich hätte das Rad für 2200 Euronen gekauft und diese Probleme – ich wäre fuchsteufelswild! Da es von den Kollegen immer wieder Berichte über Wasserschäden gibt, dürfte das System nicht für unsere Breiten und Regenmengen getestet worden sein.
Wie schon oben erwähnt, bin ich ein Fan von dieser Form der Elektromobilität und überzeugt, dass diese Zukunft hat!
LG
Nico
PS: Ein herzliches Dankeschön an ALLE Voter!

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