Müllabholung ein Modell.

Vom Müll zur Energie – Wie geht Mülltrennung nochmal richtig?

Ihr seid natürlich schon Experten in Sachen Mülltrennung – nicht umsonst ist Wien das Bundesland mit der besten Sammelqualität Österreichs. Auch im Vergleich mit anderen europäischen Städten müssen wir uns nicht verstecken, wenn es um die Sammelmoral geht! Heute möchten wir euer Wissen dennoch ein bisschen auffrischen und euch erklären warum Mülltrennung auch in der Energiegewinnung so wichtig ist.

Warum ist Mülltrennung für die Energiegewinnung so wichtig?

Die Müllverbrennungsanlagen von Wien Energie verwerten jährlich rund 900.000 Tonnen Abfall, Sondermüll und Klärschlamm. Die dabei gewonnene Wärmeenergie beträgt rund 1,5 Millionen Megawattstunden pro Jahr und wird ganzjährig in das Fernwärmenetz eingespeist. Um diese enorme Energiemenge gewährleisten zu können ist Mülltrennung sehr wichtig. Denn viele Abfälle sind nicht für die Verbrennung geeignet und können große Schäden verursachen.

Thermische Abfallbehandlungsanlage Spittelau, Ansicht Müllbunkervorplatz

c Wien Energie / Ernst Schauer

Restmüll

Der Wiener Restmüll wird gemeinsam mit anderen brennbaren Abfällen wie Sperrmüll und Papierkorbabfällen der Straßenreinigung in einer der Wiener Müllverbrennungsanlagen unter Gewinnung von Strom und Fernwärme verbrannt. In den Müllverbrennungsanlagen Flötzersteig, Spittelau und Pfaffenau kann der Restmüll angeliefert und verbrannt werden. Die entstehenden Verbrennungsrückstände (Aschen und Schlacken) werden in der Abfallbehandlungsanlage (Rinterzelt) von Eisen- und Buntmetallen befreit und zu Aschen- und Schlackenbeton verfestigt, welcher dann auf der Deponie Rautenweg umweltkonform abgelagert wird.

Was ist Restmüll?

  • Alle Produkte, die keiner weiteren Verwertung zugeführt werden können und die frei von gefährlichen Inhaltstoffen und nicht sperrig sind.

Biomüll

Wenn es rein um die Müllverbrennung geht, stellt Biomüll im Restmüll kein Problem dar. Ökologisch gesehen ist es aber natürlich besser, ihn getrennt zu verwerten. Er wird dann kompostiert oder vergoren und zur Produktion von Biogas eingesetzt. Weiters werden circa 100.000 Tonnen dieses kostbaren Wertstoffes gesammelt und zu Kompost der höchsten Qualität weiterverarbeitet. Das Endprodukt, der Kompost, kann von den Wiener Mistplätzen kostenlos in Haushaltsmengen abgeholt werden.

Was ist Biomüll?

  • Aus dem Garten: Rasenschnitt, Laub, Baum- und Strauchschnitt, Ernterückstände, Stauden, Fallobst, Wasserpflanzen
  • Aus Küche und Haus: ungewürzte und ungekochte Obst- und Gemüseabfälle, Pflanzen mit geringen Mengen anhaftender Blumenerde im Wurzelbereich, alte Brotreste, Tee- und Kaffeesud
  • Grundsätzlich gilt: Nur jene Abfälle gehören in die Biotonne, die auch auf den Komposthaufen gegeben werden.
  • Biomüll ohne Plastiksackerl in die Biotonne werfen!

Weißglas und Buntglas

Das Altglas wird in Glasfabriken zur Produktion von neuen Flaschen eingesetzt. Dadurch werden wertvolle Rohstoffe eingespart. Zur Wiederverwertung eignet sich aufgrund seiner Materialeigenschaften nur Verpackungsglas. Keinesfalls aber Spiegel, Draht-, Fensterglas oder Glühbirnen. Dies hängt mit dem unterschiedlichen Schmelzverhalten zusammen.

In Wien werden jährlich um die 27.000 Tonnen an Altglas gesammelt. Das Altglasrecycling führt pro Jahr zu einer Einsparung von über 250.000 Tonnen an Primärstoffen wie Quarzsand, Kalkstein, Dolomit und Soda für die Glaserzeugung.

Altpapier und Kartonagen

Altpapier kommt bei der Produktion von Recycling-Papier, Faltschachtelkartons, Wellpappe, Pack-, Zeitungs- und Hygienepapier zum Einsatz. Durch die Verwendung von Altpapier zur Herstellung von Recycling-Papier werden jährlich 270.000 Tonnen Holz eingespart. Dadurch kann das Abholzen von 480.000 Bäumen jährlich vermieden werden. Doch Recycling von Altpapier spart nicht nur Holz, sondern senkt auch den Wasser- und Energieverbrauch. Denn bei der Produktion von Recycling-Papier werden 95 Prozent weniger Wasser und 60 Prozent weniger Energie, im Vergleich zu neuem weißem Papier, verbraucht.

Metall und Dosen

Das Trennen von Metallen ist sehr wichtig. Der Restmüll in Wien gelangt in die Verbrennung, bei der saubere Energie und wohlige Wärme entstehen. Metalle – insbesondere Aluminium – verursachen in den Verbrennungsanlagen langfristig kostspielige Schäden. Außerdem sind Altmetalle ein wichtiger Rohstoff, beispielsweise für die Stahlproduktion, wo sie zur Herstellung neuer Produkte, wie zum Beispiel Waschmaschinengehäusen, eingesetzt werden. Mit der gesammelten Menge an Altmetall könnte man 65 Riesenräder oder 1,6 Millionen Fahrräder bauen.

Was gehört zu „Metall und Dosen“?

  • Metallfolien, Metalltuben, Metallverschlüsse von Gläsern und Flaschen
  • Pfannen und Töpfe, Besteck, Metallgeschirr
  • Werkzeug, Armaturen, Rohre, Stahlbänder, leere Gaskartuschen ohne Ventil
  • Kabel, Drähte
  • Kaffeeverpackungen aus Aluminium (Nespressokapseln)

Plastikflaschen

Kunststoffe, insbesondere Plastikflaschen, sind wertvolle Sekundärrohstoffe für die nachfolgende Verwertung. Zusätzlich wird durch die getrennte Sammlung Restmüll und dadurch Geld gespart. Außerdem wird dadurch eine weitgehende Wiederverwendung der stofflich verwertbaren Kunststoffe ermöglicht, alleine durch die Verwertung der PET-Flaschen werden jährlich fast 10.000 Tonnen Erdöl für die Produktion dieser Flaschen eingespart.

vier Mülleimer

Mülltrennung zahlt sich aus.

 

Jeder andere Müll muss je nach Art zu Sonderdeponien gebracht werden oder wird auf Sammelplätzen gelagert. Um nachzusehen was wohin gehört, gibt es von der Stadt Wien das praktische Trenn ABC.