Forschung in der Seestadt Aspern: Die Zukunft der Wiener Energienutzung

Mit der U-Bahn direkt in die Zukunft – in Wien ist das möglich 🙂 . Und zwar bringt uns die U2 direkt in die Seestadt Aspern. Hier übernimmt die Forschungsgesellschaft ‚Aspern Smart City Research‘ (ASCR) die Energieforschung von morgen. Die Aspern Smart City Research (ASCR) analysiert Verbrauchsdaten von drei Gebäuden in der Seestadt: einer Schule, einem Wohnhaus und einem Studierendenheim. Dabei geht es vor allem um vorausschauende Gebäudeautomatisierung und die Nutzung von Energie-Flexibilitäten der Gebäude. Sämtliche Lösungen basieren auf einer übergreifenden Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), für die die geeigneten Big-Data-Modelle entwickelt und erprobt werden.

Wien Energie in der ASCR

Was macht Wien Energie in der ASCR? Wien Energie ist mit knapp 30 % an der Forschungsgesellschaft ASCR, neben Siemens AG Österreich, Wiener Netze GmbH und der Stadt Wien, beteiligt. Wien Energie kann bei diesem einmaligen Forschungsprojekt Dienstleistungen testen und das Angebot laufend verbessern oder im Bedarfsfall neu ausrichten. Wir testen hier also die Produkte, die wir euch in Zukunft anbieten werden. Die Erfahrungen der Bewohnerinnen und Bewohner helfen uns, unsere Angebote zu optimieren.

Wie werden die Forschungsergebnisse aus der Seestadt den Umgang mit Energie in Wien verändern können?

Natürlich begrenzt sich die Forschung nicht nur auf Produkte und Dienstleistungen, sondern wird größer gedacht. Daher die Frage, wie diese Forschungsergebnisse den Umgang mit Energie in Wien verändern können.

Intelligente Häuser berücksichtigen Wetterdaten
„Morgen wird es regnen“ – für uns als Menschen ist diese Info relevant. Eventuell wirkt sich diese auf unseren Tagesablauf, auf unser Vorhaben oder aber nur auf unsere Kleidung und Laune aus. In Zukunft wird dies aber für Häuser relevant sein – denn intelligente Häuser von morgen berücksichtigen die Wetterdaten.

Sonne speichern vor dem Kälteeinbruch
Noch smarter wird mit der Sonne umgegangen. Ist mit einem Kälteeinbruch zu rechnen, nutzt das Gebäude die noch vorhandenen Sonnenstrahlen und speichert Wärme auf Vorrat.

(c)Wien Energie/Georg Baresch

Nachhaltige Energietechnik

Die Gebäude in der Seestadt sind mit modernster und vor allem nachhaltiger Energietechnik ausgestattet. Photovoltaik, Grundwasser- und Luftwärmepumpen erzeugen Energie direkt am bzw. im Haus. Ein Großteil des Energiebedarfs wird also direkt vor Ort erzeugt. Früher ging die Versorgung immer vom Kraftwerk über ein Umspannwerk zum Endverbraucherinnen und Endverbraucher. Heute erzeugen viele Häuser selbst Energie. Sie kann gespeichert, verkauft oder umgewandelt werden. Erwartet man hohen Verbrauch bei wenig Sonnenschein, wird vorgespeichert. Gibt es einen Überschuss, kann er zwischengespeichert oder verkauft werden.

Wie gehen die Smarte Userinnen und User mit Energie um?

Die so genannten Smarten Userinnen und User sind die Bewohnerinnen und Bewohner der Seestadt Aspern. Hier läuft alles auf freiwilliger Basis. Die Menschen können ihre Daten teilen, müssen aber nicht. Doch wenn sie es tun, können ihre Daten ausgewertet werden.

In der aktuellen Phase ist vor allem spannend, wie viel wann verbraucht und erzeugt wird. Auf Basis dieser Erkenntnisse wird in der nächsten Phase eingegriffen und gesteuert. Ziel wird es sein, den Verbrauch zu optimieren. Gesteuert wird das Ganze über eine App. Diese ist zentraler Teil des Projekts.

Schon gewusst? Das Projekt wurde 2016 mit dem World Smart City Award ausgezeichnet. Das zeigt, dass es in Sachen nachhaltiger Stadtentwicklung weltweit für Anerkennung und Interesse sorgt. Die Daten, die hier gesammelt werden, haben das Potenzial, Wien schon in kürzester Zeit noch umweltfreundlicher zu machen und den Stromverbrauch dauerhaft zu senken. Hier entsteht das System, das die intelligente Stadt der Zukunft braucht.