Wie Wien Energie gemeinsam mit zwei innovativen Startups Windräder mit Drohnen wartet

Windräder werden bei Wien Energie ab sofort mit der Hilfe von Drohnen gewartet. Dieses Projekt ist in Zusammenarbeit mit den Startups Skyability und Birds.AI im Rahmen der Wien Energie-Innovation Challenge entstanden. Das SiegerInnenteam tüftelt schon seit Wochen an der Umsetzung und hat bereits mehrere erfolgreiche Wartungsflüge durchgeführt. Jetzt geht es darum, weitere Anwendungsfälle zu testen.

Wir haben die Gründer der beiden Startups, Philipp Knopf (Skyability) und Camiel R. Verschoor (Birds.AI), getroffen und zum Projekt und zur Zusammenarbeit interviewt.

Wien Energie: Wann war klar, dass ihr euch zusammen tun müsst?

Philipp (Skyability): Die Kooperation mit Brds.AI sehen wir in den Bereichen Inspektion und Monitoring als essentiell an! Die automatisierte Bildverarbeitung durch AI (Artificial Intelligenz / künstliche Intelligenz) bietet die Grundlage, eine erhebliche Datenmenge in optimaler Form und Qualität den Kundinnen und Kunden zu übermitteln!

Camiel (Birds.AI): Wien Energie hat ganz verschiedene Anlagen: Entlüftungskamine, Fernwärmeleitungen, Solarpanele und Windräder. Alle werden derzeit noch manuell gewartet. Birds.ai hat ein visuelles Analysetool entwickelt, basierend auf Artificial Intelligenz (AI), um Drohnenaufnahmen zu anaysieren, die diese Anlagen inspizieren. Speziell für Wien Energie haben wir einen Partner benötigt, um die Drohnenbilder zu sammeln, die wir für die Analyse brauchen. So sind wir dann auch mit Philipp von Skyability in Kontakt gekommen.

Wien Energie: Wie wurdet ihr auf die Wien Energie-Innovation Challenge aufmerksam?

Philipp (Skyability): Wir wurden von Whataventure eingeladen, bei der 3-tägigen Innovation-Challenge teilzunehmen und mögliche Use-Cases zu erarbeiten. Da wir schon ein gewisses Maß an Erfahrung im Bereich Inspektion für Energiekonzerne mitbringen, konnten wir schnell das Potential, welches Drohnen in Kombination mit AI für Wien Energie bieten, ausarbeiten und aufzeigen.

Camiel (Birds.AI): In der Acceleration Phase haben wir an vier Fällen gearbeitet. Am Ende konnten wir als Gewinner aus der Challenge hervor gehen und haben einen tolle Reise nach Tel Aviv ins dortige Startup Zentrum antreten.

Wien Energie: Wie war die Zusammenarbeit bisher mit Wien Energie?

Philipp (Skyability): (Ganz ehrlich): Anfangs hatte ich als Geschäftsführer eines Startup Unternehmens ein gewisses Maß an Skepsis, ob eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen einem großen Konzern wie Wien Energie und uns Sinn macht. Grund dafür war, dass die Struktur, die ein Großkonzern nun mal hat, sich nicht immer mit der Agilität und Denkweise eines Startups vereinbaren lässt. Umso mehr bin ich positiv überrascht, dass die bisherige Zusammenarbeit uns diesen Freiraum lässt und die Wege für innovative Dienstleistungen schnell geebnet wurden! Alles in allem bin ich mit der bisherigen Zusammenarbeit sehr zufrieden und freue mich auf einen gemeinsamen Weg!

Camiel (Birds.AI): Für uns war die Zusammenarbeit mit den drei Parteien großartig, gerade weil sich alle drei ergänzen und ihr eigenes Wissen und ihre Expertise an einem Tisch zusammentragen. Bisher hatten wir ausschließlich positive Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Wien Energie. Nach der Innovation Challenge und der Acceleration Phase haben wir gemeinsam die Basics ausgearbeitet. Daher ist die Zusammenarbeit jetzt auch bereit für die nächste Stufe. Außerdem bin ich positiv überrascht, dass die Bürokratie sich sehr in Grenzen hält.

Wien Energie: Welches Potenzial liegt eurer Meinung nach in diesem Verfahren?

Philipp (Skyability): Das Verfahren der Drohnenbefliegung in Kombination mit AI birgt für mich großes Potential, welches es nun auszuarbeiten und praktisch aufzuzeigen gilt. Konzernintern gibt es viele Bereiche, wo die Dienstleistungen Anwendung finden können. Diese sollen nun an Hand von vier Use-Cases verifiziert werden, um anschließend weitere potentielle Anwendungen zu bearbeiten.

Camiel (Birds.AI): Ich denke das Potenzial ist riesig, sobald wir erst mal die erste Drohnen Inspection mit AI Analysis abgewickelt haben und sie auf den Markt gebracht haben. Diese neue Methode der Wartung erlaubt automatische Wartungen, Digitalisierung der Inspektionen und in Zukunft sogar voraussagende Instandhaltung.

(c) Dimo Dimov Photography

Wien Energie: Was macht die Zusammenarbeit für euch mit einem Big Player wie Wien Energie interessant?

Philipp (Skyability): Gerade der Umstand, dass es sich um einen Big Player im österreichischen Energiesektor handelt, macht die Aufgabe interessant. Man hat hier ein sehr breites Spektrum, auf das man die Dienstleistung ausrollen kann. Nicht zu vernachlässigen ist natürlich das Know-How in allen einzelnen Bereichen, auf dem natürlich auch das gemeinsame Learning basiert!

Camiel (Birds.AI): Die Erfahrung der ExpertInnen und das umfangreiche Wissen in diesem Feld, aber auch die Stabilität. Außerdem ermöglicht ein großer Player eine schnellere Vergrößerung.

Wien Energie: Was sind die Next Steps in der Zusammenarbeit?

Philipp (Skyability): Die nächsten Schritte sind die praktische Versuchsdurchführung in den Bereichen Photovoltaik-, Windkraft-, Kamin- sowie Fernwärmeinspektion. Zuvor wird bei uns noch kräftig entwickelt, um gemeinsam mit Birds.AI ideale Schnittstellen zu definieren und um für Wien Energie die bestmöglichen Ergebnisse zu liefern! Wir freuen uns auf die intensive Zusammenarbeit!

Camiel (Birds.AI): Derzeit arbeiten wir daran, die Wartung zu standardisieren und diese marktfähig zu machen. Dazu führen wir aktuell verschiedene Wartungen von Wien Energie durch.

 

Lieber Philipp, lieber Camiel, vielen Dank für eure Zeit und für das Interview. Wir freuen uns schon jetzt auf weitere Details aus eurem gemeinsamen Projekt mit Wien Energie und sind gespannt auf das nächste Interview.

Und für alle, die genauer wissen wollen, wie das Ganze funktioniert, gibt es hier ein paar Eindrücke im Video: