Ein Faktencheck: Ist ein E-Auto wirklich besser für die Umwelt?

Die einen sind davon überzeugt, die anderen sind skeptisch. Zu dieser Skepsis kommen Fragen wie „Wie weit kann ich mit einem E-Auto fahren? und „Was bringt E-Mobility dem Klima?“ Diesen Fragen sind auch der Klima- und Energiefond gemeinsam mit dem VCÖ in ihrem „Faktencheck E-Mobilität“ nachgegangen. Wir haben die wichtigsten Fakten für dich herausgegriffen.

Elektromobilität als Hoffnungsträger

Mit einem Anteil von 25 Prozent (2015) gehört der Verkehr zu den wichtigsten Treibhausgasverursachern in Österreich. Die Elektromobilität gilt als großer Hoffnungsträger für eine Treibhausgasreduktion im Verkehrsbereich.

Zu den Fakten:

Was bringt die E-Mobilität dem Klima?

Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor in Österreich, der seit dem Jahr 1990 einen deutlichen Anstieg um fast 60 Prozent verzeichnet. 99 Prozent der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen stammen dabei aus dem Kfz-Verkehr, mehr als die Hälfte hiervon aus dem Pkw-Verkehr. Der Verkehrssektor ist derzeit für 80 Prozent des österreichischen Erdölverbrauchs verantwortlich und trägt maßgeblich zu gesundheitsgefährdenden Feinstaub- und Stickoxidemissionen (NOx) bei.
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Mit dem Elektroauto steht eine Technologie zur Verfügung, die einen wichtigen Beitrag zur Klimafreundlichkeit des Verkehrs leisten kann.

(c)VCÖ, Klima- und Energiefonds

Wie ist die Ökobilanz von E-Fahrzeugen?

Elektromotoren emittieren keine Luftschadstoffe und reduzieren die Belastung durch Feinstaub und Stickoxide. Eine komplett emissionsfreie und ressourcenschonende Mobilität können auch Elektroautos nicht leisten. Die „graue Energie“, die in der Produktionskette von E-Fahrzeugen anfällt – etwa durch die Rohstoffgewinnung und Herstellung von Stahl und Aluminium für die Akkus – ist mitunter höher als jene, die in konventionellen Kfz steckt.
Unter Berücksichtigung des gesamten Fahrzeuglebenszyklus (inkl. Produktion) sowie der heimischen Stromerzeugung verursachen E-Fahrzeuge jedoch um 70 bis 90 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als fossil betriebene Kfz.

(c)VCÖ, Klima- und Energiefonds

Woher soll der zusätzlich benötigte Strom für die E-Mobilität kommen?

Der Umstieg auf E-Fahrzeuge geht mit einem höheren Strombedarf einher. Jedoch sind diese durch ihren höheren Wirkungsgrad deutlich energieeffizienter als Kfz mit Verbrennungsmotoren, sodass der Gesamtenergieverbrauch durch einen Umstieg von fossil auf elektrisch betriebene Fahrzeuge gesenkt werden kann.
Ein Beispiel: Wenn 10 Prozent aller Pkw in Österreich elektrisch fahren würden, wäre der jährliche Strombedarf lediglich um 1,8 Prozent höher.

(c)VCÖ, Klima- und Energiefonds

Wie weit kann ich mit einem Elektroauto fahren?

94 Prozent aller Autofahrten in Österreich sind kürzer als 50 Kilometer. Nahezu alle E-Autos am Markt sind in der Lage, diese Strecke zwei- bis fünfmal ohne Nachladen zu bewältigen. Die durchschnittlich pro Tag gefahrene Strecke liegt bei 34 Kilometer, am Land etwas höher als in der Stadt.

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Wie lange dauert die Ladung des Akkus?

Je nach Fahrzeug, Entladungszustand der Batterie und Art der Ladestation können Leistung sowie Dauer eines Ladevorgangs stark variieren. Die Entwicklung geht in Richtung noch höherer Ladeleistung mit 150 kW und mehr, mit der der Tankvorgang nur mehr wenige Minuten dauert.

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Was passiert mit dem Akku?

Lithium-Ionen-Akkus sind der am weitesten verbreitete Typ. Die Lebensdauer dieser Batterien liegt bei mindestens 10 Jahren bzw. rund 4.000 Ladezyklen, wobei laut Herstellern die Batterien für mindestens 150.000 Kilometer bzw. 15 Jahre ausgelegt sind. Nach der Nutzung im E-Auto können die Batterien als Speicher verwendet werden, etwas als stationärer Zwischenspeicher in einem Gebäude, um Strom aus erneuerbaren Energien zu puffern.

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Mehr zum Thema Elektromobilität und zu unserem neuesten Projekt 1000 Ladestellen für Wien, findest du auf unserer Website.