Mit dem E-Scooter durch Wien flitzen: Alle Anbieter im Überblick

In der warmen Jahreszeit liegen sie wieder voll im Trend: die E-Scooter. Wir haben für euch einen Überblick über alle Anbieter und die neuen gesetzlichen Regelungen. Fast wöchentlich wächst in Wien die Zahl der Sharing-Anbieter. Derzeit sind Lime, Bird und Tier am stärksten in der City vertreten, Wind ist mit einer kleineren Flotte dabei, und seit kurzem bietet auch die deutsche Firma Flash 450 elektrische Leihroller an. Als sechster im Bunde gesellt sich nun Hive dazu, es ist Teil des Mobilitäts-Joint-Venture von Daimler und BMW (Mytaxi, Drive Now, Car2Go). Und auch das oberösterreichische Start-Up-Unternehmen Arolla sowie der skandinavische Anbieter Voi haben angekündigt, bald in der Bundeshauptstadt mitmischen zu wollen.

StVO-Novelle: Das sind die neuen Regeln

StVO-Novelle ab 1. Juni 2019 in Kraft

Für E-Scooter werden künftig österreichweit die gleichen Regelungen gelten wie für Fahrräder. Das heißt, dass Radwege benutzt werden müssen und Gehsteige und Gehwege in der Regel tabu sind. Der Nationalrat billigte Ende April einen entsprechenden Gesetzentwurf. 

Um österreichweit einheitliche Regeln für E-Scooter sicherzustellen, wird mit der 31. StVO-Novelle ein neuer §88b „Rollerfahren“ in der Straßenverkehrsordnung eingefügt. Er enthält nicht nur ein grundsätzliches Verbot, Gehsteige, Gehwege und Schutzwege mit einem elektrisch betriebenen Klein- oder Miniroller zu benutzen, sondern verpflichtet E-Scooter-LenkerInnen auch dazu, alle für RadfahrerInnen geltenden Verhaltensvorschriften zu beachten. Darunter fällt etwa das Verbot, ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren, oder das Alkohollimit von 0,8 Promille. Überdies müssen E-Scooter mit einer wirksamen Bremsvorrichtung und Rückstrahlern bzw. Rückstrahlfolien ausgestattet sein. Bei Dunkelheit und schlechter Sicht sind auch Vorder- und Rücklicht verpflichtend. Allerdings können einzelne Gehsteige für Klein- und Miniroller mit maximal 600 Watt und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h per Verordnung freigegeben werden. In diesem Fall gilt Schrittgeschwindigkeit.

Laut dieser aktuellen StVO-Novelle gilt das gesetzlich vorgeschriebene Alterslimit von 12 Jahren bzw. 9 oder 10 Jahren als Inhaber eines Radfahrausweises, sofern keine Begleitperson von zumindest 16 Jahren dabei ist. Wie beim Radfahren ist auch hier für Kinder bis 12 die Helmpflicht einzuhalten.

Nicht vergessen: Die E-Roller müssen so abgestellt werden, dass andere Verkehrsteilnehmende weder behindert, noch gefährdet werden. Und, das Telefonieren während der Fahrt mit dem E-Scooter wird, ebenso wie beim Fahrradfahren, verboten (bzw. nur mit Freisprecheinrichtung).

E-Scooter leihen: So gehts

Voraussetzung: Android oder Apple-Smartphone sowie eine Kreditkarte zur Registrierung.

So rollern Sie elektrisch los: App runterladen, mit Emailadresse/Telefonnummer sowie Kreditkartennummer registrieren und dann mittels App einen E-Scooter-Stellplatz in der Nähe ermitteln. Nun den QR-Code an der Lenkstange scannen und den Scooter mittels App entsperren. Zum Start einmal kräftig antauchen, danach aktiviert der Motor und man kann bequem mit dem Gashebel beschleunigen. Zum Bremsen haben die meisten Modelle eine Rücktrittbremse und/oder auch eine elektrische Bremse mit Hebel an der Lenkstange.

Abstellen/Parken: Es gibt keine Dock-In-Stationen, die E-Scooter können am Gehsteig geparkt werden, solange sie nicht behindern. Wird der Roller abgestellt, wird die Fahrt per App beendet und verrechnet. Beim Abstellen außerhalb des Geschäftsgebiets können Strafen fällig werden.

Zu beachten:

  • Vor dem Losrollern kontrollieren, ob der Akku einigermaßen voll ist. Das ist in der App ersichtlich. Bei niedrigem Füllstand (ab ca. 40 Prozent) lässt die Leistung schnell mal nach.
  • E-Scooter sind auf Grund der Geschwindigkeit wie Fahrräder eingestuft, in einigen Gebieten wird die Geschwindigkeit gedrosselt (z.B. Mariahilfer Straße). Siehe auch Kasten zur neuen StVO
  • Wie bei allen Vehikeln: Wetter, Straßenzustand und die Verkehrsregeln beachten.


  Bird E-Scooter auf der Mariahilferstraße

Nachhaltiger Trend Mikromobilität

Das Angebot ist also groß, aber was ist dran an den Elektrorollern? Die E-Scooter – nicht zu verwechseln mit elektrischen Mopeds, die ebenso als Scooter bezeichnet werden – sind eine praktische Alternative, um kurzentschlossen, flott und vor allem nachhaltig Wege zurückzulegen, die vielleicht zu Fuß zu lang, aber für eine Auto- oder eine U-Bahnfahrt zu kurz sind. Mikromobilität nennt sich dieser Trend, der neben der E-Mobilität Städte ebenfalls umweltfreundlicher und die Mobilität vielfältiger machen soll. Möglich werden die Stadt-Vehikel durch den Sharing-Gedanken und einfach zu verwendenden Smartphone-Apps (Android und Apple).   Wie unterscheiden sich die diversen Sharing-Anbieter? Preislich sind sie sehr ähnlich, allerdings schwanken sie in ihrer Reichweite und im Betriebsgebiet, sprich nicht alle Bezirke werden mit den E-Scootern versorgt. Aktuell hat der Anbieter Lime in Wien mit derzeit rund 1500 E-Scootern die Nase vorn. Die Reichweite beträgt bei den Lime-Gefährten fast 50 Kilometer, was im Vergleich zum Radius der Mitbewerber doch um einiges mehr ist. Die meisten Firmen beschränken das Parken der Scooter aktuell noch auf die Bezirke innerhalb des Gürtels. Ausnahmen sind Lime und Tier, die auch in einigen Außenbezirken genutzt werden können. Achtung beim Abstellen außerhalb des Geschäftsgebiets: Bei Lime werden 25 Euro Strafe fällig, bei Wind/Byke sind es sogar 100 Euro. 
Lime E-Scooter  

Abgefahren und aufgeladen

Viel diskutiert wird derzeit noch über die sichere und richtige Handhabe der E-Scooter, sprich wo und wie diese in der Stadt überhaupt fahren dürfen. Eine StVO-Novelle soll jetzt Klarheit bringen, sie gilt ab Anfang Juni. Damit werden die E-Scooter den Fahrrädern gleichgestellt (Details dazu unten). Die Elektro-Scooter gehören damit eindeutig auf den Radweg. Neben dem Verhalten der Scooter-FahrerInnen geht es um die verkehrstaugliche Ausrüstung der Roller, die der StVO zu entsprechen haben (Bremssystem, Klingel, Rücklicht, Seitenreflektoren). Zusätzlich hat die Stadt Wien eine weitere Beschränkung vorgenommen. Pro Anbieter gibt es eine Höchstzahl, die mit 1500 Stück/Anbieter limitiert ist. Jedes Gefährt wird dabei von der Stadt erfasst und markiert. Es gibt eine Abholfrist für beschädigte oder verkehrsbehindernd abgestellte E-Roller. Sie beträgt wochentags vier, am Wochenende zwölf Stunden. Wird der Scooter nicht innerhalb dieser Zeit vom Vermieter abgeholt, so wird er kostenpflichtig entfernt und eine Verwaltungsstrafe von bis zu 700 Euro verhängt. Apropos Nachtruhe und Garagenplatz: Für Lime, Bird und Wind/Byke übernehmen das Einsammeln und Aufladen eigene “Charger” bzw. “Juicer”, Tier arbeitet dafür mit Veloce-Fahrern zusammen. Bei Hive schwärmen die Mitarbeiter (“hive-bees“) auch untertags aus, um um sich um die ordentliche Abstellung der Geräte zu kümmern.  
  • Lime
  • Kosten
     
     
     
  • Bezahlung
     
  • Max. Reichweite
  • Max. Geschwindigkeit
  • Verfügbarkeit
     
  • Mindestalter
  • Scooterzahl
  • Hersteller
  • Firmensitz
  • Lime
  • 1 Euro pro Fahrt + 0,15 Euro pro Minute
  • Kreditkarte oder Debitkarte
  • 50 km
  • 24 km/h
  • 7:00 bis 21:00 Uhr
  • 18
  • 1500
  • Segway
  • San Mateo, USA
  • Bird
  • 1 Euro pro Fahrt + 0,15 Euro pro Minute
  • Kreditkarte oder Google Pay
  • 20 km
  • 24 km/h
  • 7:00 bis 21:00 Uhr
  • 18
  • 1500
  • Xiaomi
  • Santa Monica, USA
  • Tier
  • 1 Euro pro Fahrt + 0,15 Euro pro Minute
  • Kreditkarte
     
     
  • 15 km
  • 25 km/h
  • 7:00 bis 22:00 Uhr
  • 18
  • 795
  • Ninebot
  • Berlin
  • Wind/Byke
  • 1 Euro pro Fahrt + 0,15 Euro pro Minute
  • Kreditkarte oder PayPal
     
  • 20 km/h
  • 7:00 bis 23:00 Uhr
  • 100
  • Ninebot
  • Berlin
  • Flash
  • 1 Euro pro Fahrt + 0,15 Euro pro Minute
  • Kreditkarte
     
     
  • 25 lm/h
  • rund um die Uhr
  • Berlin
  • Hive
  • 1 Euro pro Fahrt + 0,15 Euro pro Minute
  • Kreditkarte
     
     
  • 18 km/h

  •  
  • 600
  • Segway
  • Hamburg