Immer mehr Kälte gegen Hitze

Eine umweltfreundliche Klimatisierung der Stadt wird immer wichtiger, denn die Hitzeperioden in Wien nehmen zu. ExpertInnen gehen davon aus, dass in etwa 20 Jahren genauso viel Energie für Kühlen wie für Heizen benötigt werden wird. Neben Cooling-Off-Maßnahmen gegen innerstädtische Hitzeinseln ist der Ausbau des Fernkälte-Netzes ein wesentlicher Schritt für den Erhalt der Lebensqualität in Wien.

Kühle Köpfe bei Sommerhitze

Wien Energie baut deshalb die Fernkälteleistung massiv aus – mit einer jährlichen Wachstumsrate von 10 bis 15 Prozent. Bis 2024 werden 65 Millionen Euro in umweltfreundliche Kühlung investiert.  zusätzliche Fernkältezentrale am Stubenring geplant

Ab Herbst 2019 wird eine neue, zusätzliche Fernkältezentrale am Stubenring im Bereich der Alten Post errichtet, die Vorarbeiten laufen bereits. Zehn Megawatt Kälteleistung werden im ersten Schritt installiert. Die Inbetriebnahme ist im Frühjahr 2021 geplant. Nach den Fernkältezentralen am Schottenring, in der Renngasse, am Schwarzenbergplatz und am Schubertring wird die neue Zentrale dann die fünfte in der Innenstadt sein.

Zusätzliche Kältemaschine in der Spittelau

Investiert wurde auch in die Fernkältezentrale Spittelau. Mit einer zusätzlichen, modernen Kältemaschine wurde bereits im Frühjahr die Gesamtleistung um ein Drittel von 17 auf 24 Megawatt erhöht. Ab Mitte Juni wird hier mit einer neuen, zusätzlichen Versorgungsleitung Richtung Franz-Josefs-Bahnhof außerdem ein weiterer Stadtteil am Alsergrund an die Fernkälte angeschlossen, die Errichtung einer zusätzlichen Verbindung Richtung Döbling beginnt demnächst.

Bisher deckte das Leitungsnetz der Spittelau vor allem den Bereich um die Heiligenstädter Lände bzw. entlang des Währinger Gürtels ab. Wichtige öffentliche Gebäude wie das AKH, die BOKU und das Ö3-Gebäude werden von hier mit umweltfreundlicher Kälte versorgt.

Ein Großteil der Kühlenergie bei Fernkälte kommt laut Wien Energie aus Abwärme von Verbrennungsprozessen. Im Sommer ist Wärme aus der Müllverbrennung in Wien der wichtigste Energieträger für die Kühlung. Als Antriebsenergie wird Wärme anstelle von Strom verwendet. Dadurch können Strom und Treibhausgasemissionen eingespart werden. Über ein eigenes Fernkältenetz wird auf etwa fünf bis sechs Grad Celsius abgekühltes Wasser direkt zu den Abnehmern transportiert und dort über die hauseigenen Kühlsysteme in den Gebäuden verteilt.

Wie Fernlälte funktioniert, haben wir vergangene Woche beschrieben: https://blog.wienenergie.at/2019/06/14/die-saubere-kaelte-so-wird-fernwaerme-zur-fernkaelte/