Archäologe Martin Mosser

Fernkälte-Ausbau: Historischer Schatz aus Vindobona gefunden

Letzte Woche wurden im Zuge der Erweiterung des Fernkältenetzes Überreste eines Legionslagers von Vindobona zum Vorschein gebracht. Die historische Stätte befindet sich in der Bognergasse, Ecke Seitzergasse. „Wir bauen hier eine Verbindungsleitung der Fernkältezentrale Renngasse Richtung Tuchlauben, damit wir einige Gebäude an die Fernkälte anschließen können und diese mit umweltfreundlicher Kühlung versorgen können.“, sagt Alexander Wallisch zum Ausbau der Fernkälteleitung.

Stadtarchäologie Grabung Bognergasse; v.l. Alexander Wallisch Leiter Energieprojekte Wien Energie, Archäologe Martin Mosser, Christian Aigner (Wiener Netze)

Stadtarchäologie Grabung Bognergasse; v.l. Alexander Wallisch Leiter Energieprojekte Wien Energie, Archäologe Martin Mosser, Christian Aigner (Wiener Netze)

„Während der Grabungen sind wir auf Überreste eines ehemaligen Zenturionenquartiers im Legionslagers gestoßen.“, erklärte Christian Aigner, Leiter der Abteilung Netztechnik Betrieb Gas und Fernwärme der Wiener Netze, die die Arbeiten für Wien Energie durchführen. Tag für Tag passieren tausende Menschen die Ecke Bognergasse, Seitzergasse in der Wiener Innenstadt. Doch wer hier in die Schaufenster von Louis Vuitton oder Chanel blickt, ahnt nicht, welche Schätze sich unter ihren Füßen befinden.

Entdeckung des Legionslagers

Genauer gesagt wurden die Überreste einer Kommandozentrale des römischen Legionslagers gefunden, in dem der Zenturio gewohnt hat. So kommt die Stadtarchäologie der Rekonstruktion des römischen Lagers Vindobona immer näher wie auch Archäologe Martin Mosser beschreibt: „Die Fernkälteleitung durchquert verschiedene Bereiche des Legionslagers: die Kassernenbauten und eben den Kopfbau, in dem der römische Zenturio sein Quartier gehabt hat.“

„Die Stadtarchäologie wird im Vorhinein vom Bauvorhaben informiert“, informiert Alexander Wallisch. Als Konsequenz daraus wird die Baustelle intensiv von den Archäologen betreut und näher begleitet, damit keine historischen Schätze übersehen werden. In Planung ist diese besonderen Fundstücke im Wien Museum auszustellen, damit diese auch für die Öffentlichkeit zugänglich werden.

Interessante Fakten zum Zenturio:

  • Ein Offizier kommandierte jeweils 100 Soldaten.
  • Er lebte mit seiner Familie auf ca. zweihundert Quadratmeter.
  • Er war für die Ausbildung und Ausrüstung seiner Legionäre verantwortlich.
  • Die übrigen Soldaten mussten zu acht auf fünfzig Quadratmeter leben.

https://wien.orf.at/stories/3003432/

https://www.heute.at/oesterreich/wien/story/Wien-Energie-stoe-t-auf-Centurio-Wohnzimmer-59382483