Wir liefern Energie für das Hochkar

Pulverschnee, verschneite Bäume, griffige Pisten, blauer Himmel – ein Skiparadies nur 150 Kilometer von Wien entfernt am Hochkar. Das Hochkar ist das höchstgelegene Skigebiet Niederösterreichs und für seine legendäre Schneesicherheit danke der Höhe und Nordlage bekannt.

Mehr als 70 Prozent der Winterurlauber kommen wegen des Schneesports nach Österreich. Dabei werden jährlich mehr als 50 Millionen Skifahrertage erzielt. Das sind rund 20 Prozent des Weltmarkts. Jedes größere Skigebiet hat eine moderne Schneeanlage und produziert eine entsprechende Menge „technischen Schnees“, um den Qualitätsansprüchen seiner Gäste mit bester Pistenqualität gerecht zu werden.

Ohne Beschneiung kein Wintertourismus

Seit dem 13. Dezember sind die Lifte wieder geöffnet. Dass ohne guten Schnee in einem Skigebiet gar nichts läuft ist klar. Daher wird auch am Hochkar auf Beschneiungsanlagen zurückgegriffen. Interessant ist jedoch, dass dieser Energieaufwand nur einen Bruchteil der Kosten ausmacht. Etwa „zwei bis drei Prozent des Energieaufwands“, erklärt Hochkar-Geschäftsführer Rainer Rohregger. Und: „Der größte Aufwand betrifft Personal, Marketing, Pachtaufwand und Instandhaltung der Pisten.“

Denn die Leistungsfähigkeit einer modernen Beschneiungsanlage ist zwischenzeitlich so groß, dass bei entsprechenden Temperaturen in sieben Tagen die Grundbeschneiung durchgeführt werden kann. Damit ist eine gesamte Tourismusregion und deren Infrastruktur für eine Wintersaison mit 130 Betriebstagen abgesichert.

Betrachtet man die gesamte Skisaison, ist die Einsatzzeit der Anlagen sehr gering. Daraus ergeben sich auch die geringen Energiekosten in Bezug zum Gesamtaufwand. Das Wasser für die Beschneiung kommt übrigens aus Speicherbecken: Sie sammeln vorwiegend Schmelz- und Niederschlagswasser in der abflussstarken Sommerzeit.

 

„Zwei bis drei Prozent des Energieaufwands macht die Beschneiung aus.“

 

Energieeffizienz wird groß geschrieben

Mit dem steigenden Komfortanspruch der Gäste wächst auch der Energiebedarf. Für die Lift- und Anlagenbetreiber wird energieeffiziente Technik damit immer interessanter. Besonders bei Neuplanungen wird großes Augenmerk darauf gelegt.

Ebenso wichtig ist für ein modernes Skigebiet ein zuverlässiger Energielieferant: Seit Bestehen des beliebten Skigebietes, also seit mehr als 50 Jahren, bezieht das Hochkar Strom von Wien Energie. Dies hängt freilich auch mit der geografischen Nähe zum Wasserkraftwerk Opponitz zusammen. Am Hochkar wird übrigens auch die gesamte Gastronomie von Wien Energie versorgt – und das bereits seit dem Jahr 2012.

Derzeit sind am Hochkar rund 80 Prozent der Pistenflächen beschneibar. Der überwiegende Teil des Energieaufwands entfällt auf Wassertransport, der nämlich stark von Geographie und Topographie abhängig ist.

Schon gewusst?

  • Die Temperaturen

    Die Temperatur muss zumindest für rund fünf Tage unter null sein, damit der Untergrund kalt genug für eine Beschneiung ist.

  • Der Jahresverbrauch

    Ein Hektar Piste braucht ca. 15.000 kWh/Jahr – das entspricht einem Büro mit 300m2.

  • Die Hotellerie

    Ein mittleres Hotel mit 50 Betten braucht rund 650.000 kWh/Jahr – das entspricht 43 Hektar Piste.

  • Einmal Karibik: hin- und zurück

    100 Hektar Piste haben einen Energiebedarf von 1.500.000 kWh im Jahr. Das entspricht einem Karibikflug (Tour-retour) mit 200 Personen.

 

Aktualisiert am 14.1.2020