Das sind die Energiefresser im Homeoffice

Energie-Experte Andreas Hudecek

Covid 19: Wien ist für die Krise gewappnet – zudem verbraucht derzeit die Stadt ein Fünftel weniger Strom. Pro Haushalt gibt es jedoch mehr Bedarf. So lässt sich trotz Homeoffice- und Distance-Learning-Modus zu Hause Energie sparen!

Wegen des Coronavirus sind viele Geschäfte und Firmen bereits geschlossen, ein Großteil der Wienerinnen und Wiener arbeitet im Homeoffice. Auch der Schulunterricht findet über Online-Learning-Tools zu Hause statt. Wenn der Strombedarf pro Haushalt steigt, helfen einige Maßnahmen, um Energie zu sparen. Aber: Homeoffice kann zum Stromsauger werden. Generell ist schon beim Gerätekauf auf Energieeffizienz zu achten und macht sich die Umstellung auf LED bezahlt. Unser Energie-Experte Andreas Hudecek verrät, welche Maßnahmen einen Beitrag leisten, mit vorhandenem Equipment Kosten zu senken – das ganze Interview mit ihm, findest du auf energieleben:

Homeoffice: Stromverbrauch steigt

Homeoffice: Stromverbrauch steigt

  1. Steckerleiste verwenden: Sind die Geräte an einer Steckerleiste mit Netzschalter angeschlossen, können sie nach dem Betrieb alle mit einer Handbewegung vom Netz genommen werden. Damit wird Strom gespart. Achtung: Das gilt nicht für Tintenstrahldrucker, sie gehören nicht mit in die Steckerleiste. Der Ausschalter sollte händisch betätigt werden. Damit kann nach jedem Trennen vom Netz der Tintendrucker eine Düsenreinigung durchführen.
  2. Auf Bildschirmschoner verzichten: Bildschirmschoner erhöhen den Stromverbrauch und sind bei modernen Bildschirmen unnötig. Besser ist es, die Funktion „Monitor ausschalten“ in der Energieversorgung des Computers zu aktivieren.
  3. Ruhemodus nutzen: Computer und Bildschirme sollten in den Ruhemodus versetzt werden. Diese Einstellungen sind in der Systemsteuerung im Menü „Energieoptionen“ zu finden. Anders als im Stand-by-Modus ist der PC im Ruhemodus komplett abgeschaltet und trotzdem bei Bedarf rasch einsatzfähig.
  4. Auch WLAN-Router vom Netz nehmen: Ist der Router nicht dauerhaft eingeschaltet, so spart man sich was. Der Router zieht nämlich selbst dann Energie, wenn das WLAN nicht benutzt wird. Deshalb abends ausschalten.
  5. Tageslicht nutzen: Selbst die Position des Schreibtisches kann zum sparen von Energie beitragen. Der Arbeitsplatz soll direkt vorm Fenster oder im rechten Winkel dazu positioniert werden. Damit profitiert man vom natürlichem Tageslicht. Im Winter helfen dimmbare Lampen an dunklen Tagen beim Energiesparen, da sie nicht permanent die volle Lampenleistung benötigen.
  6. Unterhaltungselektronik: Von der Playstation bis zum Laptop ist der Stromverbrauch unterschiedlich hoch, Gamingkonsolen verbrauchen fast doppelt soviel ein Fernsehgerät – bezogen auf die Nutzungsdauer.

Außerdem haben wir uns im Detail angesehen, wie sich der Stromverbrauch im Haushalt durch Homeoffice verlagert:

Gesamt ist mit 30% mehr im Haushalt zu rechnen, wir erklären woran das liegt:

Diagramm: Die Energiefresser im Homeoffice

Die Energiefresser im Homeoffice

  • Der logischste Teil vorweg: Homeoffice heißt, dass Laptops länger laufen. Bei PCs könnte sich das sehr auf den Verbrauch auswirken, Laptops sind aber energiesparend genug, dass man das nicht so massiv merkt.
  • Netflix, Spielkonsolen & so – wie sieht es da aus? Im Vergleich zum Normalzustand kann man mit 50% mehr Strom rechnen, wenn der Fernseher häufiger läuft und Playstation und Co. im Spiel sind.
  • Homeoffice bedeutet auch: mehr kochen, auch wenn es nur das Aufwärmen von Fertiggerichten ist – ein sattes Plus an Stromverbrauch
  • Dementsprechend mehr Geschirr wird auch schmutzig – und gewaschen
  • Löblicherweise führt mehr Zeit zuhause dazu, dass mehr geputzt wird – das fällt aber nicht stark ins Gewicht