Jahresbilanz: Positives Ergebnis 2019 gibt Kraft für Corona-Jahr

Die wirtschaftlichen Herausforderungen, die durch die Situation rundum das Coronavirus entstehen, verlangen langen Atem. Unsere positive Bilanz 2019 gibt uns die Kraft, die geplanten Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.  Nur Investitionen in Versorgungssicherheit und Klimaschutz bringen uns weiter!

  • 200 Millionen Euro werden daher in Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Forschung/Innovation investiert
  • Investitionen in nachhaltige Fernkälte und Fernwärme, Photovoltaik-Ausbau und E-Mobilität bringen Österreich aus der Corona-Krise
  • Photovoltaik: Jede Woche eine Fläche eines Fußballfeldes – das ist unser Vorhaben für 2020
  • 220 Mal wurden unsere Kraftwerke angefragt, die Netzstabilität Österreichs zu sichern – zum Vergleich: in Vorjahren war das 13 Mal der Fall!

Zum Interview mit den Geschäftsführern Karl Gruber und Michael Strebl.


Der Geschäftsabschluss 2019 ist für Wien Energie positiv ausgefallen. Mit 202,9 Millionen Euro erreichte Österreichs größter Energiedienstleister ein um 61 Millionen höheres    Ergebnis als im Vorjahr, auch der Umsatz konnte um 17 Prozent gesteigert werden. Damit ist das Unternehmen wirtschaftlich gut aufgestellt. Das positive Ergebnis 2019 gibt Kraft für die kommenden Herausforderungen: „Wir haben uns trotz eines herausfordernden Umfelds im letzten Jahr sehr gut behauptet, ja wir konnten unsere Marktstellung sogar ausbauen. Dieses Ergebnis ist ein stabiles Fundament, auf das wir in dieser schwierigen Zeit bauen können“, so Wien Energie-Geschäftsführer Michael Strebl anlässlich der Präsentation der Jahresbilanz.

„Die Coronakrise wird auch an Wien Energie nicht spurlos vorübergehen. Aber wir werden unsere Ziele nicht aus den Augen verlieren: Nur Investitionen in Versorgungssicherheit, Innovation und Klimaschutz bringen uns weiter.“

Strebl verweist in diesem Zusammenhang auch nochmal auf die ausgezeichnete Bonität des Unternehmens. 2019 wurde Wien Energie von den US-Ratingagenturen Fitch und Standard & Poor’s mit „AA-“ bzw. „A“ bewertet. Auch strukturell ist Wien Energie gut aufgestellt. Wien Energie hat seinen Personalstand auf 2.185 um 66 Vollzeit-Äquivalente reduziert. Wien Energie-Geschäftsführer Karl Gruber: „Wir verfügen damit über eine schlagkräftige Organisation, um mit leicht reduziertem Personalstand die anspruchsvollen Aufgaben in diesem Jahr zu meistern.“ Wien Energie plant 2020 Investitionen mit einem Gesamtvolumen von rund 200 Millionen Euro.

„Wir wollen diese unbedingt realisieren, um kurzfristig gegen Corona- und langfristig gegen Klimafolgen anzukämpfen. Wir sind hier aber natürlich auch vom Umfeld und vom Funktionieren der Lieferketten abhängig“, so Strebl.

Insgesamt investiert das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren 1,1 Milliarden Euro. Mehr als eine halbe Milliarde davon gehen in Klimaschutz-Projekte, 400 Millionen Euro sind für die Versorgungssicherheit reserviert. 150 Millionen Euro fließen bis 2025 in die Bereiche Innovation und Digitalisierung.

Klimaschutz: Enormer Schub für erneuerbare Energien und Elektromobilität

Um den Klimaschutz in der Stadt auch in Corona-Zeiten voranzutreiben, setzt Wien Energie auf vielfältige Maßnahmen. „Wir errichten noch mehr Photovoltaik auf den Dächern der Stadt, wir ermöglichen den Wienerinnen und Wienern den Umstieg auf saubere Elektromobilität und wir kühlen die City mit Fernkälte. Das alles hat einen unmittelbaren Effekt. Allein für umweltfreundliche Kältelösungen nehmen wir in den nächsten Jahren 80 Millionen Euro in die Hand“, so Strebl. Aktuell wird am Stubenring im ersten Wiener Gemeindebezirk an einer neuen Fernkältezentrale gebaut. Mit Hilfe dieser soll bis 2025 der gesamte Ring mit dem Fernkältenetz erschlossen werden. Bis Jahresende 2020 ist die Fertigstellung der 1.000 öffentliche E-Ladestellen im Stadtgebiet geplant.

Im Bereich der Erneuerbaren Energien setzt das Unternehmen weiterhin auf den massiven Ausbau der Solarstromerzeugung: „Wien Energie hat 2019 so viel Photovoltaik ausgebaut wie in den letzten zehn Jahren zusammen. Über 200 Solarkraftwerke sind heute in Betrieb und können umgerechnet bereits 14.000 Haushalte ganzjährig mit klimafreundlichem Sonnenstrom versorgen“, zeigt Gruber den enormen Fortschritt 2019 auf.In diesem Jahr sind mehr als 20 Millionen Euro reserviert, 25 Megawatt Photovoltaik sollen zusätzlich installiert werden.

„Das bedeutet umgerechnet: wir werden jeden Tag etwa 1.000 Quadratmeter Photovoltaik ausbauen“, so Gruber.

Geplant sind auch wieder BürgerInnensolarkraftwerke. Schon bald soll ein neues Projekt dazu präsentiert werden.

Das beste Mittel für Standort, Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind Investitionen in Innovation und Forschung. Wien Energie wird insbesondere das Thema Local Energy Communities wie etwa im Viertel Zwei oder auch das Stadtteilforschungsprojekt in der Seestadt ASCR 2020 weiter vorantreiben.

Solarerzeugung legte 2019 um ein Viertel zu

Den Zuwachs an Photovoltaik sieht man nicht nur in der Anlagenzahl, sondern auch in der Erzeugung 2019. „Im letzten Jahr haben wir so viel erneuerbare Energie erzeugt wie noch nie – und das trotz teilweisen Stillstands unseres Biomassekraftwerks. Aufgrund günstiger Wind- und Wasserverhältnisse konnte die Produktion von Wind- und Wasserkraft um 17 bzw. rund 9 Prozent erhöht werden. Bei der Erzeugung von Solarstrom konnten wir sogar um mehr als 23 Prozent zulegen“, berichtet Gruber.

„Damit verbessern wir die Klima-Bilanz: Mit mehr als 1.180 Gigawattstunden Ökostrom können wir umgerechnet bereits knapp 470.000 Haushalte oder die halbe Stadt Wien versorgen.“

Insgesamt konnte die Stromerzeugung über alle Energieträger hinweg im Jahr um 22 Prozent gesteigert werden.

2019: Eines der wärmsten Jahre der Messgeschichte

Sowohl Wärmeerzeugung als auch Wärmeabsatz lagen dagegen auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres. Der Wärme-Absatz sank im Vergleich zum Vorjahr um -0,8 Prozent auf 5.850 Gigawattstunden (GWh), die Erzeugung um -0,3 Prozent auf 5.850 GWh. Der Absatz bei Gas fiel um -8,0 Prozent auf 5.645 GWh. „2019 war wieder eines der wärmsten Jahre der österreichischen Messgeschichte. Diese Witterungsverhältnisse spiegeln sich natürlich im Wärme-Absatz und in der Erzeugung wider“, so Gruber.

Rekordniveau: Notfalloperationen für stabiles Stromnetz

Auch die thermischen Kraftwerke sind immer am Werk, um das österreichische Stromnetz stabil zu halten. 220 Mal wurde Wien Energie im Vorjahr vom Übertragungs-Netzbetreiber APG im Rahmen der Engpassvermeidung zu Hilfe gerufen.

Strebl: „Die Wiener Kraftwerke stehen rund um die Uhr bereit, damit das Licht in Österreich nicht ausgeht. Öfter als jeden zweiten Tag rücken sie zum Einsatz aus.“

1.550 Megawatt Reserveleistung hat die APG dafür noch bis 2021 vertraglich reserviert. Gerade Zeiten wie diese zeigen den hohen Stellenwert einer sicheren Energieversorgung. Damit Wien Energie diese für Wien und Österreich erhalten können, brauchen das Unternehmen Planungssicherheit und langfristig klare Rahmenbedingungen für Gaskraftwerke, ähnlich wie in Deutschland.